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Coronavirus Mönchengladbach: Initiative unterstützt lokal Unternehmen

Hilfsprojekt unterstützt lokale Unternehmen : T-Shirts gegen die Corona-Krise

Eine Initiative will die von der Corona-Krise betroffenen lokalen Unternehmen in Mönchengladbach unterstützen. Die Spender können ein T-Shirt erwerben und damit ihrem Lieblings-Business helfen. Die Macher sind überrascht von der Flut der Spenden und T-Shirt-Bestellungen.

Was die Idee des Mönchengladbachers Marc König mit dem Coronavirus zu tun hat? Zum einen ist die aktuelle Geißel der Welt der Anlass für seinen Geistesblitz gewesen. Zum anderen ist die Verbreitung dessen, was sich König ausgedacht, fast ebenso rasend wie die des Virus. „Es ist verrückt“, sagt König, während sein Mobiltelefon immer wieder den Eingang neuer Nachrichten meldet. Ja, der Mann hatte eine gute Idee. Und zwar eine, mit der er den Auswirkungen Coronavirus entgegentreten will. Denn er hilft jenen Menschen, denen die Folgen des Virus schaden.

Königs landete vor einigen Tagen zufällig auf der Seite eines Berliner Shops, der online T-Shirts verkauft – „da habe ich mir gedacht, dass man auch etwas Gutes aus so einer Geschichte machen kann, eine Hilfsaktion“. Der Programmierer, der nebenbei die Firma „farbgesteuert.de“ betreibt, rief seinen Kollegen Sebastian Ott an, die beiden bauten einen Online-Shop. Sie nannten die Aktion „FKK Covid. Support your Local Hero“ und schickten diesen unter der Adresse www.supportlocalheroes.de ins weltweite Netz.

Torsten Knippertz trägt das „Support-Your-Local-Hero“-Shirt. Foto: Kevin Mohr

„Einzelhändler, Gastronomen, der Handwerker um die Ecke und viele mehr – die Helden, die Heroes des Alltags. In Zeiten der Pandemie sind ihre Türen zu. Sie fehlen uns gerade sehr. Aber viel schlimmer: Zu ihnen kommt kein Gast mehr, kein Kunde, und somit kommt kein Geld mehr rein. Ihre Existenzen sind stark gefährdet, denn große Rücklagen haben die Wenigsten. Support Your Local Heroes bietet die Möglichkeit zu einer kleinen, aber vielleicht notwendigen Unterstützung durch Freunde, Gäste oder Kunden. Diese erhalten im Gegenzug ein hochwertiges T-Shirt“, sagt Ingo Müller, Geschäftsführer der Medienproduktionsfirma „Family Affair“, der wie Marc König, dessen Frau Natalie, Sebastian Ott, Joschka Gerretz vom Tattoo-Studio „Seventyseven Inch Tattoo“, Fotograf und Filmemacher Kevin Mohr und Borussias Stadionsprecher Torsten Knippertz zum Initiatoren-Team gehört.

Auf dem Shirt ist ein stilisiertes Virus zu sehen, der Künstler Gerrits hat das Logo erdacht. Die T-Shirts gegen Corona kommen aus Gladbach, sie werden von der Printfactory in Rheydt gedruckt. Die Geschäftsleute können sich melden und werden dann in die Liste der „Helden“ aufgenommen. „Käufer können selbst bestimmen, welches Geschäft in der Umgebung mit dem Kauf eines T-Shirts unterstützt werden soll“, sagt Müller, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Für eine Spende von 20 Euro gibt es ein T-Shirt, zehn Euro gehen an die Geschäfte, mit dem übrigen Geld werden Kosten für Herstellung, Druck, Online-Shop und Gebühren gedeckt. Für die Macher ist es ein Non-Profit-Unternehmen.

Am Sonntagabend gab es einen Erklär-Videochat bei Instagram, bis zu 70 Teilnehmer waren dabei. Mehr als 50 „Helden“ waren bis Montagabend bereits auf der Webseite zu finden, über 14.000 Euro Spendengelder auf dem Konto der noch jungen Initiative eingegangen, weil 700 Shirts verkauft waren, Tendenz in allen Statistiken steigend. Restaurants, Kneipen, Klubs, Projekte, „wir versuchen, eine breite Masse hinzukriegen. Kunst, Kultur, alles ist mit dabei“, sagt Natalie König. „Sorgt dafür, dass unsere Stadt bunt bleibt und die kleinen Geschäfte und Restaurants die Krise überstehen“, ruft sie die Mönchengladbacher auf zu helfen. „Man hat auch die Option, einfach so zu spenden ohne ein Shirt zu kaufen. Es gibt Leute, die haben 60 oder 80 Euro für ein Unternehmen gespendet“, sagt sie.

Natalie und Marc König hatten die Ursprungs-Idee der Aktion „Support your Local Hero“. Foto: Kevin Mohr

Torsten Knippertz ist das prominente Gesicht der guten Sache, über sein Netzwerk soll die Sache zudem publik werden. „Ich finde die Idee klasse. Durch die Krise ist bei vielen alles von 100 auf null gegangen, das ist eine Möglichkeit zu helfen“, sagt Knippertz. Gladbachs zweiter Torwart Tobias Sippel unterstützt die Aktion auf seiner Instagram-Seite. „Diese Öffentlichkeit tut uns natürlich gut“, sagt Marc König. Er und die anderen sind derzeit dabei, die unerwartete Flut von Spenden und T-Shirt-Anfragen nebst der nötigen Logistik in den Griff zu kriegen. Dass alles so schnell in derartige Dimensionen vorstoßen könnte, hatten sie nicht erwartet.

Corona sorgt für Unsicherheit, die Menschen brauchen Strohhalme wie das Local-Heroes-Projekt. Die Sieben, die die lokalen Helden unterstützen, wollen dafür sorgen, diese ein wenig lindern. „In der Krise beweist sich der Charakter“, hat der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt mal gesagt. Es ist der Wahlspruch für Königs und seine Mitstreiter geworden.