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Coronavirus in Mönchengladbach: Was geht noch, was nicht?

Virus legt Mönchengladbach lahm : Corona: Was geht noch in der Stadt, und was nicht?

Schulen und Kitas schließen, Veranstaltungen werden abgesagt, Dienste eingeschränkt. Das sind die gravierendsten Auswirkungen der Pandemie auf die Stadt.

Das Coronavirus sorgt für drastische Einschnitte im öffentlichen Leben. Die Zahl der Infizierten hat sich auch am Freitag wieder erhöht. Dem Gesundheitsamt Mönchengladbach lagen 28 positive und 205 negative Nachweise auf das Coronavirus vor. 164 Personen befinden sich in Quarantäne. Bereits am Donnerstag waren viele Veranstaltungen abgesagt worden, am Freitag wurden Termine im Minutentakt gestrichen. Hier ein Überblick, was sich in Mönchengladbach verändert.

Schulen und Kitas Wie im ganzen Land werden sie vorsorglich geschlossen. Damit Eltern von Schulkindern Gelegenheit haben, sich auf diese Situation einzustellen, können sie bis einschließlich Dienstag  aus eigener Entscheidung ihre Kinder zur Schule schicken. Die Schulen stellen an diesen Tagen während der Unterrichtszeit eine Betreuung sicher. Danach gibt es eine Notbetreuung für Kinder von Eltern, die in unverzichtbaren Funktionsbereichen – insbesondere im Gesundheitswesen – arbeiten, wie die Marienschule auf ihrer Homepage mitteilt. Dafür müssen sich Eltern registrieren.

Auch im Kita-Bereich gibt es Notbetreuungen.  Zugang haben nur Kinder von Angehörigen bestimmter Berufsgruppen zum Beispiel medizinisches und pflegerisches Personal sowie Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Justizbehörden. Angehörige dieser Gruppen können sich ab Montag, 8 Uhr, unter der Telefonnummer  02161 253408 melden.

„Manche haben ein Problem, eine Betreuung für ihre Kinder zu finden“, sagte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners am Donnerstagabend in Bezug auf die vorsorgliche Schließung der Annaschule. Man dürfe aber nicht zuerst nach Stadt oder Staat rufen, sondern sollte vielmehr in Familie, Nachbarschaft und Freundeskreis nach Betreuungsmöglichkeiten suchen. Es gehe ja nicht  um eine dauerhafte Lösung, sondern darum, ein paar Wochen zu überbrücken.

Hochschule Die Hochschule Niederrhein verschiebt den Start des Sommersemesters vorerst auf den 20. April. Abgesagt wird zudem der Girls’ Day und der Boys’ Day am 26. März. Ebenso wird die Anmeldung zum FAUST-Gasthörerprogramm vorübergehend ausgesetzt. Auch der für den 1. April geplante Studieninformationstag und die Angebote des Hochschulsportes. Weitere aktuelle Meldungen gibt die Hochschule unter www.hs-niederrhein.de/pandemievorbeugung bekannt.

Krankenhäuser Wegen des Coronavirus gelten spezielle Besuchsregeln. So werden zum Beispiel Personenzahlen begrenzt. Viele Cafeterias sind geschlossen. Öffentliche Veranstaltungen sind weitgehend abgesagt. Beim Informationsabend für werdende Eltern im Krankenhaus Neuwerk am Donnerstag beantworten Experten Fragen der Schwangeren ab 18 Uhr in einem Live-Video via Facebook.

Altenheime Auf die Vorgabe der Landesregierung,  dass Besuche in Altenheimen nur noch in Ausnahmefällen für zulässig sind, müssen auch die Mönchengladbacher Einrichtungen reagieren. Die sieben Altenheime der städtischen Sozial-Holding mit 1120 Pflegeplätzen beispielsweise haben feste Besuchszeiten für solche Ausnahmefälle festgelegt. Jeden Tag soll es dafür einen Zeitkorridor von anderthalb Stunden geben, sagt Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding. Wer diese Besuchszeit als Ausnahmefall nutzen will, muss zuvor mit dem Altenheim Kontakt aufnehmen und den Besuchswunsch klären. Wird eine Ausnahme gemacht, gilt laut Wallrafen: „Es kommt keiner rein oder raus, der nicht beim Betreten und Rausgehen Desinfektionsmittel benutzt hat.“

Theater Der Vorstellungsbetrieb ruht einschließlich Montag, 30. März. Rechtzeitig vor dem Ende der Frist will sich die Theaterleitung mit den Verantwortlichen der Städte beraten um zu entscheiden, ob und wann der Spielbetrieb wiederaufgenommen wird. Zuschauer, die für Vorstellungen während der Spielpause Tickets gebucht haben, sollen ihr Geld zurückbekommen.

Mönchengladbacher Tafel Es werden weiterhin Lebensmittel ausgegeben, allerdings in anderer Form. „Wir lassen die Menschen in kleinen  Gruppen auf unser Außengelände und bringen für jeden fertig gepackte Kisten mit Lebensmitteln, die sie sich in ihre Taschen umfüllen können“, sagt die Vorsitzende Monika Bartsch.

Terminabsagen Die für Dienstag im Rathaus Abtei geplante Bürgerinformation zum Teilneubau der Brücke Viersener Straße wird abgesagt.Der Sparkassenpark und die Red Box haben die Hockey Pro League (19. bis 22. März), die Heinz-Erhardt-Show, Loriot, (beides 15. März) Mia Julia (21. März), Abba Gold (20. März), die Kastelruther Spatzen (27. März) und die Silent Disco (30. April) verschoben. Ersatztermine gibt es unter www.sparkassepark.de. Die Musikschule verzichtet dieses Wochenende auf Workshops und Konzerte. Abgesagt wurden „Die Tierwelt steht Kopf“, „Die Posaune in der Bigband“ und „Bigband Summit 20“. Die nächsten Termine des Kinderliederfestivals KiliFee werden verschoben. Davon betroffen sind die Familiensingtermine mit „Queens of Sandkasten“ am 13., 14., 19. März und 20. März sowie die Gala am 15. März im Haus Erholung mit Astrid Hauke und Trommelwerk. Bis auf Weiteres werden auch keine Veranstaltungen im St. Kamillus Kolumbarium stattfinden.

Busse Die Linienbusse fahren soweit es geht normal. Zuletzt hatte der Krankenstand bei Busfahrern wegen einer Erkältungswelle bei 20 Prozent gelegen, weshalb Verbindungen ausfielen. Der Krankenstand hat sich Konzernangaben zufolge nicht wesentlich gebessert. In anderen Städten wurden schon die vorderen Türe als Buseinstieg gesperrt, um die Fahrer zu schützen. Bei der NEW ist das aber noch nicht der Fall. „Es gibt eine laufende Risikobewertung bei der NEW“, sagte Aufsichtsrat Felix Heinrichs. Die läuft über den VRR auch mit den anderen Unternehmen im Verbund. Wenn die Abstimmung abgeschlossen ist, könnten Anfang kommender Woche allerdings Schutz-Maßnahmen eingeleitet werden.