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Corona: Mönchengladbach hat die achthöchste Inzidenz in Deutschland

Mit 59,0 noch hinter Solingen : Mönchengladbach hat die achthöchste Inzidenz in ganz Deutschland

Der Anstieg der Corona-Zahlen sei nicht auf ein Cluster zurückzuführen, erklärt die Stadt. Welchen Anteil die Delta-Variante hat und ob es Folgen für das Bayern-Spiel gibt.

154 Corona-Fälle innerhalb einer Woche meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag für Mönchengladbach. Gerechnet auf die Einwohner hat der Stadtkreis damit die achthöchste Inzidenz in ganz Deutschland – und die zweithöchste in NRW. Am Dienstag liegt die Sieben-Tage-Inzidenz für Mönchengladbach bei 59,0 und ist damit leicht rückläufig zum Vortag (63,2). Im Land weist einzig Solingen einen höheren Inzidenz-Wert auf (71,6). Trauriger Spitzenreiter in Deutschland ist Flensburg mit einer Inzidenz von 89,8.

Gesunken ist die Inzidenz in Mönchengladbach von Montag auf Dienstag, weil das Gesundheitsamt bis Dienstagmorgen nur zwei neue Corona-Fälle verzeichnet hat. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg damit auf 243. Genau 400 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne.

Einen Hotspot sieht die Stadt derzeit nicht. „Ein Cluster mit einer Vielzahl von Infektionen, die auf ein Ereignis zurückzuführen wären, gibt es nicht“, erklärt ein Stadtsprecher auf Anfrage der Redaktion. Und Reiserückkehrer würden aktuell nur etwa zehn Prozent der Neuinfektionen ausmachen und so eine untergeordnete Rolle spielen.

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Weiter erklärt der Sprecher, der Anstieg der Zahlen in Mönchengladbach sei „nach wie vor auf die wieder möglichen Freizeitkontakte von größeren Personengruppen zurückzuführen“. Und: „Dies führt zur Verbreitung des Virus in den Altersgruppen mit geringer Impfquote.“

Die vom städtischen Gesundheitsamt übermittelten Zahlen zu den Neuinfektionen in den vergangenen 14 Tage untermauern dies: Nur neun Personen im Alter von über 60 Jahren sind akut infiziert. Das sind etwa drei Prozent der Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen. Auf die Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen entfällt hingegen die Hälfte der Neuinfektionen (146 Fälle). Und etwa ein Fünftel (63 Corona-Fälle; 21,7 Prozent) der neuen Nachweise erfolgten bei Jugendlichen und Kindern, die 19 Jahre und jünger sind.

Auf die Delta-Variante des Coronavirus sind derweilen 57,7 Prozent der aktiven Fälle zurückzuführen. Das sind 168 Personen, wobei bei 174 eine Infektion mit einer Variante des Virus festgestellt wurde.

Ein Rückblick: Der Start der zweiten Welle begann in Mönchengladbach im Oktober 2020. Während die Sieben-Tage-Inzidenz im September noch bei einem Wert von zehn lag, stieg sie innerhalb des Oktobers von 11,9 (am 1. Oktober) auf 111,1 (am 31. Oktober). Der Höhepunkt erfolgte am 17. November als die Inzidenz bei 193,8 lag.

Zu diesem Zeitpunkt waren 702 Personen akut mit dem Virus infiziert. Das Maximum der gleichzeitig infizierten Menschen in Mönchengladbach war am 27. Dezember. Damals galten 1223 Personen gleichzeitig als Corona-positiv.

Jetzt ist die Lage aber eine andere: In Mönchengladbach sind seither 306.298 Corona-Impfungen vorgenommen worden. Und seit einem Monat ist kein neuer Todesfall mehr bekannt geworden. Gleichzeitig wackelt der Inzidenzwert als einziges Kriterium für die Corona-Beschränkungen. In der Ministerpräsidentenkonferenz heute wird es einer Beschlussvorlage zufolge um alternative Richtwerte gehen. So soll künftig auch die Hospitalisierung von Corona-Patienten eine wichtige Rolle bei der Entscheidung neuer Maßnahmen spielen. In Mönchengladbach wird laut Divi-Intensivregister (Stand: Dienstag, 9 Uhr) derzeit keine Covid-19-Patienten im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt. 15 der insgesamt 82 Intensivbetten sind frei.

Aber es steht noch ein Großevent vor der Tür, welches das Potential hat, die Corona-Zahlen weiter hochzutreiben: Am Freitag spielt Borussia Mönchengladbach im Heimspiel gegen den FC Bayernvor 23.000 Zuschauern, und damit der Anzahl an Personen, die laut Inzidenzstufe 1 für eine solche Veranstaltung erlaubt sind. Erst am Sonntag rutscht die Stadt aller Wahrscheinlichkeit nach in die Inzidenzstufe 2. Der Stadtsprecher erklärt dazu auf Anfrage: „Das Spiel findet auf Grundlage der bestehenden rechtlichen Regelungen statt. Am Hygienekonzept von Borussia gibt es seitens der Stadt nichts auszusetzen. Die Stadt sieht auch keinen Anlass, bei den Auflagen für das Spiel über den vom Land gesetzten Rahmen hinauszugehen.“