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Corona in Mönchengladbach: Weniger Umsatz-Einbruch als befürchtet

Wirtschaft in Mönchengladbach : Umsatz-Einbruch wegen Corona fällt kleiner aus als befürchtet

„Verhalten optimistisch“ ist die IHK, was die Umsätze der Unternehmen in der Region angeht. Denn das Minus fällt bisher geringer aus als befürchtet. Doch nicht alle Branchen können aufatmen.

Die Unternehmen in der Region könnten trotz heftiger Umsatzeinbrüche mit einem „blauen Auge“ aus der Corona-Pandemie davonkommen. Das sagte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Die IHK beurteilt die Lage demnach „verhalten optimistisch“, denn die Umsätze der Betriebe am Mittleren Niederrhein seien zwar deutlich zurückgegangen, dies allerdings weniger stark als in Nordrhein-Westfalen insgesamt.

Der Umsatz liegt bei verarbeitenden Unternehmen nach einer Analyse der IHK im Schnitt um 9,7 Prozent unter dem des Vorjahrs. Dabei war das Minus im Auslandsumsatz mit 10,5 Prozent deutlich stärker als bei der Binnennachfrage mit 8,8 Prozent. „Die Außenwirtschaftsunternehmen leiden besonders unter der Corona-Krise“, sagt Steinmetz. Dennoch kommt die Region trotz der überdurchschnittlich hohen Exportquote bislang besser durch die Wirtschaftskrise als Nordrhein-Westfalen insgesamt. In NRW war das Umsatzminus der Industrie mit 12,4 Prozent noch deutlicher als am Mittleren Niederrhein. In Deutschland insgesamt liegt das Minus sogar bei 13,9 Prozent.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Der Grund für das vergleichsweise gute Abschneiden der Industrie am Niederrhein ist ihre spezielle Struktur. „Unsere Industrie steht auf mehreren Standbeinen“, sagt Steinmetz. „Andere Regionen Nordrhein-Westfalens sind viel stärker auf die Automobilindustrie ausgerichtet.“ Die Gummi- und Kunststoffindustrie (plus 9 Prozent), die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten (plus 3 Prozent) und die Produzenten von elektrischen Ausrüstungen (plus 6 Prozent) konnten sogar ein leichtes Umsatzplus verzeichnen.

Besonders deutlich war das Minus bei den Metallerzeugern (minus 24 Prozent) und im Maschinenbau (minus 19 Prozent). Die Chemische Industrie verzeichnete einen Rückgang von 13 Prozent.

Vor allem die Werte des Monats Juni stimmen Steinmetz optimistisch. Von März bis Mai war der Rückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat sukzessive angestiegen. Im Mai lag der Rückgang bei 21 Prozent, im Juni dann nur noch bei 11 Prozent. „Das ist ein positives Signal“, sagt Steinmetz. „Allerdings ist es noch zu früh, eine Trendwende auszurufen.“

Bei der jüngsten Konjunkturumfrage hatte die IHK das Ausmaß der Corona-Krise mit der Finanzkrise des Jahres 2009 verglichen. Angesichts der aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes it.NRW hat die IHK jetzt allerdings die Hoffnung, dass die derzeitige Wirtschaftskrise die Industrie nicht so heftig treffen wird wie vor elf Jahren. „Im ersten Halbjahr 2009 waren die Industrieumsätze in unserer Region um 30 Prozent zurückgegangen“, so Steinmetz. „Dass die derzeitigen Daten dagegen auf ein geringeres Umsatzminus hinweisen, macht uns Mut.“

(RP)