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Corona in Mönchengladbach: Nicht alle Kneipen zeigen Borussias Fußball-Spiel

Fußballgucken in Mönchengladbach : Diese Kneipen zeigen Borussias Spiel

Viele Fans würde gerne am Samstagabend den Bundesliga-Restart in ihrer Stammgaststätte verfolgen. Doch das Platzangebot ist durch die Pandemie eingeschränkt. Manche Wirte machen gar nicht auf. Die Stadt Mönchengladbach wird kontrollieren.

Manuela Bihn-Klerx hat kurzfristig noch einige Acrylglas-Scheiben besorgt. So kann die Inhaberin der Gaststätte Haus Heiligenpesch in Hehn ihre Gäste an den Tischen im Schankraum separieren und damit einige Stühle mehr besetzen. „Ich befürchte aber, dass ich nicht alle Besucher unterbekommen werde. Im großen Saal dürfen etwa 35 anstatt sonst bis zu 100 Leute sitzen. Und diese Plätze sind bereits ausgebucht“, sagt Bihn-Klerx. So wie ihr wird es am heutigen Samstag, wenn Borussia um 18.30 Uhr zum Bundesliga-Restart bei Eintracht Frankfurt antritt, wahrscheinlich vielen Wirten ergehen. Durch die umfangreichen Beschränkungen angesichts der Corona-Pandemie können weitaus weniger Fans zum Fußballgucken in ihre Stammkneipe gelassen werden – wenn die Gaststätten überhaupt geöffnet haben.

„Wir machen nicht auf. Unter den aktuellen Vorgaben macht es für uns keinen Sinn. Wir haben nur wenige Tische, und an den Tresen können die Leute wegen der Abstandsregeln nicht sitzen“, sagt Irene Post von der Altstadtkneipe Markt 26. Das Manamana in unmittelbarer Nähe indes wird das Spiel zeigen. „Wir sind froh, dass wir überhaupt wieder aufmachen dürfen. Trotzdem ist es bei Weitem nicht optimal“, sagt Inhaber Jakob Hauke und verweist auf die sehr begrenzte Anzahl an Leuten, die er in die Kneipe lassen darf.

An Stammgästen, die das Spiel gerne in der Kneipe sehen würden, mangelt es nicht, davon können auch Mustafa Cetin vom Endlich-Treff sowie Ioannis Stilidis vom Salonika Sport Treff in Eicken berichten. „Hunderte Leute haben mich gefragt, ob ich am Samstag noch einen Tisch frei hätte“, sagt Cetin. Anbieten kann er allerdings nur 14 Tische – weniger als die Hälfte. Auch Stilidis fürchtet, dass er viele Stammgäste am Samstag enttäuschen muss. „Ich werde wohl nur etwa 30 bis 40 Leute reinlassen dürfen. Aber es geht nicht anders“, sagt der Wirt, der elf Fernseher installiert hat. Doch die Hygienevorschriften gilt es ernstzunehmen.

Damit dies auch jeder beherzigt, werden Mitarbeiter des Ordnungsamtes während des Spiels verstärkt in der Stadt unterwegs sein. „Das Ordnungsamt wird die Einhaltung der Bestimmungen an Spieltagen verstärkt kontrollieren. Bereits im Vorfeld hat es dazu auch Gespräche mit den örtlichen Vertretern der Dehoga gegeben, die ihre Mitgliedsbetriebe entsprechend sensibilisieren“, teilt die Stadt mit. Zudem sei das Aufstellen weiterer Bildschirme vor den Lokalen verboten. Zusätzliche Auflagen für Wirte – dass sie beispielsweise Eintrittskarten an die Gäste vergeben müssen – gibt es indes nicht.

Manche beliebten Lokale müssen gar nicht kontrolliert werden. So macht das Töff Töff in Rheydt erst kommenden Donnerstag wieder auf. Die Corona-Zwangspause hat Wirt Reinhold Biewald zu einer Renovierung genutzt. Das Spö 407 bleibt ebenfalls geschlossen. „Der Hauptgrund sind einfach die Abstandsregeln“, sagt Sandra Misanovic. „Außerdem lohnt sich das finanziell überhaupt nicht, da beim Fußball deutlich weniger Einnahmen entstehen als im Restaurantbetrieb.“ Das Haus Schroers hat dagegen auf – trotz geringer Einnahmen. „Eigentlich ist das ein Witz. Aber wenn man gar nichts macht, bekommt man noch weniger“, sagt Andrea Mintzlaff. Große Räume bieten zumindest Platz für etwa 60 Fans – rund ein Drittel der sonstigen Kapazität.