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Corona in Mönchengladbach: Impfzentrum entsteht im Nordpark

Corona in Mönchengladbach : Impfzentrum entsteht im Nordpark

In einer ehemaligen Flüchtlingsunterkunft sollen täglich bis zu 1000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. Gibt es genug Impfstoff und Nachfrage, kann die Kapazität ausgebaut werden.

Ab 15. Dezember soll das Zentrum einsatzbereit sein, in dem sich Menschen  gegen das Coronavirus impfen lassen können – freiwillig. In zwei Gebäuden, die als Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet, zuletzt aber nicht mehr für diesen Zweck genutzt wurden, soll medizinisches Personal die Massenimpfungen vornehmen, sobald Impfstoff verfügbar ist.

Das Zentrum Die beiden Hallen an der Straße Am Nordpark gegenüber dem Sparkassenpark sind je 20 mal 30 Meter groß, zudem gibt es einen Verwaltungstrakt. „Der Standort ist mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, vor dem Impfzentrum ist ein großer Parkplatz und in den Gebäuden lässt sich das geforderte ‚Einbahnstraßenprinzip‘ an den verschiedenen Stationen ohne große Umbauten optimal umsetzen“, sagt Ordnungsdezernent Matthias Engel. Die Hallen seien in Einzelräume unterteilt, so ein Sprecher der Stadtverwaltung. Diese müssten lediglich etwas hergerichtet, mit Schreibtisch und Computern ausgestattet werden.

Die Kapazität Wie viele Menschen im Nordpark täglich Impfdosen verabreicht bekommen, hängt davon ab, wie viel Impfstoff verfügbar ist und Mönchengladbach vom Land zugewiesen wird. Zunächst soll eine der beiden Hallen genutzt werden, darin können bis zu 1000 Menschen pro Tag geimpft werden. Gibt es mehr Impfstoff und entsprechende Nachfrage aus der Bevölkerung, kann die zweite Halle zusätzlich genutzt werden. Das Zentrum soll an bis zu sieben Tagen pro Woche in Betrieb sein.

Der Organisation Geleitet wird die Einrichtung des Zentrums von einem Team der Feuerwehr. Details der Abläufe beim Impfen in dem Zentrum müssten noch festgezurrt werden, sagt die Stadt. Geplant ist aber schon, dass beim Start etwa 40 Mitarbeiter pro Schicht loslegen – von der Reinigungskraft über den Rettungssanitäter bis hin zum impfenden Arzt. An der personellen Besetzung sei neben der Stadt die Kassenärztliche Vereinigung beteiligt, so ein Stadtsprecher. Zum Einsatz sollen niedergelassene Ärzte kommen. Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein und Ärztekammer sammeln Meldung von Freiwilligen unter den Ärzten. „Wir werden auch Kollegen im Ruhestand ansprechen“, sagt Heribert Hüren, Vorsitzender der Kammer-Kreisstelle Mönchengladbach. Im Bezirk Nordrhein haben sich nach seinen Informationen schon mehr als 8000 Freiwillige gemeldet, in Mönchengladbach sind es 33 Ärzte, 14 Medizinische Fachangestellte und 30 Angehörige anderer Gesundheitsberufe. Hüren ist sehr zuversichtlich, dass es noch etliche mehr werden. Auch Arno Theilmeier, Vorsitzender der KV-Kreisstelle, ist optimistisch: „Die Menschen werden überrascht sein, wie gut das funktioniert.“ An das Zentrum „angedockt“ werden sollen auch mobile Impfteams, die etwa in Pflegeeinrichtungen fahren und dort impfen.

Der Ablauf Besucher laufen an einer Anmeldung auf. Dann, sagt die Stadtverwaltung, werden sie über die Impfung aufgeklärt und nach Krankheitssymptomen gefragt. Über einen Wartebereich geht es in einen der Impfräume und danach noch 30 Minuten in einen Ruheraum.

Die Reihenfolge „Wir sind an die Impfstrategie des Bundes und an die Vorgaben des Landes NRW gebunden, die detailliert festlegen wird, welche Personengruppen vorrangig zu impfen sind“, sagt Dezernent Engel. Es werde also noch dauern, bis breite Teile der Bevölkerung geimpft werden könnten. Zuallererst versorgen die mobilen Impfteams besonders gefährdete Personen und medizinisch-pflegerisches Personal in Einrichtungen, in denen eine Impfung durch eigenes Personal nicht möglich ist. Dazu gehörten in erster Linie Pflegeeinrichtungen. Im Impfzentrum sollen zunächst durch bestimmte Vorerkrankungen  besonders gefährdete Personen geimpft werden, die ausreichend mobil sind, dorthin zu gelangen und ebenso Medizin- und Pflegepersonal, das ambulant arbeitet.