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Corona in Mönchengladbach: Impfungen in Heimen und Krankenhäusern abgesagt

Corona-Impfstoff in NRW fehlt : Erstimpfungen in Möchengladbacher Heimen und Kliniken abgesagt

In Mönchengladbacher Alten- und Pflegeheimen können bis Ende des Monats keine Erstimpfungen gegen das Coronavirus vorgenommen werden. Etliche Heime und Kliniken sind betroffen. Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) kritisiert die schwarz-gelbe Landesregierung deshalb scharf. Die CDU weist die Kritik zurück.

Die Hiobsbotschaft hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben wie andere Kommunen am Dienstagabend per E-Mail vom Landesgesundheitsministerium bekommen. Darin wurde mitgeteilt, dass für den 20. und 21. Januar bereits bestellte Impfstoffe nicht ausgeliefert werden können. Diese waren für Impfungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bestimmt. Bis zum 31. Januar können die Kommunen in NRW demnach nur noch Impfstoff für Zweitimpfungen bestellen. Diese Regelung gilt auch für Krankenhäuser. Dort hatten die Erstimpfungen beim Personal am Montag, 18. Januar, begonnen. Nun können laut Mitteilung des Landesgesundheitsministeriums erst ab dem 1. Februar wieder Erstimpfungen in Altenheimen und Krankenhäusern durchgeführt werden. Das Ministerium begründete seine Entscheidung nach Angaben der Stadt mit Lieferengpässen beim Biontech-Impfstoff.

 Betroffen sind von dieser Entwicklung etliche Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Mönchengladbach. Laut Stadtverwaltung müssen nun 16 bereits geplante Einsätze der mobilen Impfteams für Erstimpfungen abgesagt werden. „Die Herzparkklinik und die LVR-Klinik erhalten zunächst keinen Impfstoff, die vier Akutkrankenhäuser erhalten nur einen Bruchteil der erwarteten Impfdosen“, teilte die Stadt am Mittwochmorgen mit. Auch die Einrichtungen der Eingliederungshilfe und ein Altenheim müssten bereits geplante Impfungen verschieben.

 Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) kritisiert den Umgang des Landes mit den Kommunen in der Mitteilung der Stadt scharf: „So kann die Zusammenarbeit nicht funktionieren. Wenn feste Zusagen mit einem Federstrich nichtig gemacht werden, erschüttert die Regierung jedes Vertrauen der Betroffenen in die Handlungsfähigkeit des Staates. Natürlich ist das Land nicht für Lieferengpässe beim Hersteller verantwortlich. Dann sollte man aber für einen schnellen PR-Erfolg nicht mehr versprechen als man halten kann."

Die Stadt Mönchengladbach erwarte jetzt unverzüglich eine verbindliche Aussage des Landes darüber, ob und wie sich die Lieferengpässe auf den Start des Impfzentrums auswirkt. Der war bislang für den 1. Februar geplant.

Der Mönchengladbacher Landtagsabgeordnete Jochen Klenner (CDU) erwiderte Heinrichs: „Ich kann verstehen, wenn Unmut entsteht. Die Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund sollten in solchen Situationen jedoch zusammen stehen – ich habe lieber ambitionierte Ziele, die gegebenenfalls auch einmal korrigiert werden müssen. Populistische Kritik hilft in Krisenzeiten wenig – wir alle haben doch gelernt, dass sich die Corona-Pandemie leider nicht an Zeitpläne und Regeln hält, die Politik gerne aufstellt.“ Er unterstütze die Verschiebung des Impfstarts in den Impfzentren: „Die verzögerten Lieferungen des Corona-Impfstoffs von Biontech entstehen, weil der Hersteller die Produktion deutlich erweitern möchte. Am Ende werden wir also mehr Impfstoff zur Verfügung haben und deutlich mehr Mönchengladbacher in einem kürzeren Zeitraum geschützt haben.“

(RP, hh, angr)