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Corona in Mönchengladbach: Auskunft zur Corona-Impfung stark gefragt

Corona in Mönchengladbach : Viele Fragen zum Thema Impfen

Drei Ärzte standen RP-Lesern Rede und Antwort zum Schutz gegen das Coronavirus. Eine Frage wurde ihnen dabei besonders häufig gestellt.

Ist eine Impfung gegen das Coronavirus problematisch, wenn man blutverdünnende Medikamente einnehmen muss? Führt der Einstich mit der Spritze dann zu einer stärkeren Blutung? Diese Frage haben RP-Leser allen drei Experten bei der Telefonaktion zum Thema Impfen am häufigsten gestellt. Eine Stunde lang standen bei den Ärzten Anh Nguyen, Markus Vogel und Prof. Huan Ngyuen die Telefone nicht still. Die Anrufer waren durchweg Senioren oder deren Angehörige. „Der Älteste war 94 Jahre“, berichtete Prof. Huan Nguyen, Chefarzt der Inneren Medizin im Elisabeth-Krankenhaus.

 Anh Nguyen ist Ärztliche Leiterin des Impfzentrums im Nordpark.
Anh Nguyen ist Ärztliche Leiterin des Impfzentrums im Nordpark. Foto: Krankenhaus Bethesda
 Prof. Huan Nguyen ist Chefarzt der Inneren Medizin im Elisabeth-Kraneknhaus.
Prof. Huan Nguyen ist Chefarzt der Inneren Medizin im Elisabeth-Kraneknhaus. Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach/MARTIN LAESSIG

Was Blutverdünner angeht, kann Anh Nguyen beruhigen. Die Ärztliche Leiterin des Impfzentrums im Nordpark und Oberärztin im Bethesda-Krankenhaus hat bereits in Altenheimen Corona-Impfungen durchgeführt. „Dabei werden so dünne Nadeln eingesetzt, dass das kein Problem ist. Wir drücken nach dem Einstich etwas länger und fester auf den Arm, das hat bisher nirgends zu Problemen geführt“, sagt die Ärztin. Auch Vogel, Chefarzt im Krankenhaus Neuwerk, verweist auf eine entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission. Einfach die blutverdünnenden Medikamente ohne Rücksprache mit einem Arzt absetzen, ist nach Ansicht der Mediziner nicht ratsam.

 Prof. Huan Nguyen
Prof. Huan Nguyen Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach/MARTIN LAESSIG

Auch Allergien seien in der Regel kein Hindernis für eine Coronaimpfung, lautete die Antwort auf die zweithäufigste Frage. Die wenigsten Menschen seien so schwer allergisch, dass sie ein Notfallset mit sich tragen müssten und womöglich nicht geimpft werden könnten, sagt Anh Nguyen.  Gedanken übers Impfen machen sich auch viele chronisch Kranke. Ob Herz, Lunge oder Nieren-Leiden: „Diese Personen sind durch das Coronavirus besonders gefährdet und sollten daher geimpft werden“, sagt Prof. Huan Nguyen. Das sieht auch Vogel so. Gerade Menschen mit Grunderkrankungen, die das Immunsystem schwächen, profitierten von einer Impfung am meisten, selbst wenn der Impfschutz etwas geringer sein sollte, sagt er: „Das ist immer noch viel besser, als ohne Schutz zu sein.“

 Markus Vogel ist Infektologe und Chefarzt im Krankenhaus Neuwerk.
Markus Vogel ist Infektologe und Chefarzt im Krankenhaus Neuwerk. Foto: Krankenhaus Neuwerk/St.Augustinus Gruppe/Krankenhaus Neuwerk

Wann sich Menschen mit Vorerkrankungen impfen lassen können und wie vorrangig sie behandelt werden, ist unklar. Die Impfverordnung des Bundes hat zwar Personengruppen für die ersten drei Prioritätsstufen benannt. Es gebe es aber noch keine Stelle, die darüber hinaus entscheide, welche chronisch Kranken wann  an die Reihe kommen, sagt die Ärztliche Leiterin des Impfzentrums.

Der Andrang bei der Aktion war so groß, dass oft alle drei Leitungen belegt waren. Wenn bei Markus Vogel besetzt war, wurden womöglich Anrufer auf eine Mailbox seines persönlichen Anschlusses im Krankenhaus umgeleitet. Diese ließen sich nach Ende der Aktion nicht mehr zurückrufen, da die Nummern der Anrufer nicht abgespeichert waren.