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Mönchengladbach: Citykirche: Bauverein hadert mit der Stadt

Mönchengladbach : Citykirche: Bauverein hadert mit der Stadt

Die ehemalige Hauptpfarrkirche ist die einzige im ganzen Bistum, in der Brandschutzauflagen umgesetzt werden mussten. Das kostete 25 000 Euro. Die Gestaltung des Vorplatzes ruht seit einem Jahr in den Schubladen der Verwaltung.

Nach acht Jahren intensiver Mühe und Schufterei ist die Sanierung der Citykirche so gut wie abgeschlossen. Dank des Bauvereins. Aber die letzten noch ausstehenden Arbeiten haben es in sich. Das betrifft weniger ihren Schwierigkeitsgrad, sondern eher die Kunst, recht überschaubare Ansätze genehmigt und realisiert zu bekommen. So hat sich beispielsweise der Bau des hinteren Eingangs mit einer Behinderten-Toilette und einem Normal-WC derart hingezogen, dass Aufwand und Ärger in kaum noch einem Verhältnis zum schlichten Betonbauwerk stehen. "Es ging um eine Zwischenwand, die um 20 Zentimeter versetzt werden musste - der Norm wegen", sagt Dirk Heinemann vom Bauverein.

Das Problem hätte ohne weiteres flott gelöst werden können, "wenn die Bauverwaltung es einfach mal benannt hätte." So zogen sich die Arbeiten hin - durch unnötige Wartezeiten - wie der Vorstand des Bauvereins versichert. Nun fehlen noch die Innenausstattung und die Stahl-Glas-Tür, dann ist das 90 000 Euro teure Bauwerk fertig.

Viel Geld gekostet hat auch eine weitere, durch die Stadt angeordnete Maßnahme. "Unsere Kirche ist die einzige im ganzen Bistum, die diverse Brandschutzauflagen erfüllen muss", sagt der Sprecher des Bauvereins. Die Verantwortlichen in Aachen hätten sich kaputt gelacht. Zum Lachen war die Umsetzung letztlich nicht. Für satte 25 000 Euro mussten die Eingangstüren aufgerüstet, die Notausgänge frei gemacht und eine Notbeleuchtung installiert werden.

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Haupteingang und Vorplatz zum Alten Markt sollten auch umgestaltet werden - der Ästhetik wegen und der besseren Nutzbarkeit. Vor einem Jahr hat es einen Ortstermin deswegen gegeben. "Dabei waren der Bezirksvorsteher Reinhold Schiffers, Vertreter der Stadt und unsere Architekten", sagt Dirk Heinemann. Letztere hätten damals die Idee vorgestellt, das hässliche Mäuerchen abzureißen und die Fläche vor der Kirche zum Marktplatz hin abzuschrägen. "Die Vertreter der zuständigen Fachbereiche wollten die Vorschläge überdenken und sich dann wieder bei uns melden." Bis heute habe der Bauverein keinen Mucks mehr von der Stadt gehört. "Das ist sehr ärgerlich, wir könnten schon so viel weiter sein", beschwert sich Dirk Heinemann.

4,5 Millionen Euro sind in die Sanierung der wichtigen Stadtkirche gesteckt worden. Das Bistum übernahm 1,7 Millionen Euro, der Rest stammt aus Stiftungen und Spenden. "Letztlich muss man sagen, dass für die riesigen Arbeiten, die wir hier zu leisten hatten, relativ kurze Zeit nur verwendet wurde." Und tatsächlich hat der Bauverein auf seine Art die Citykirche vor dem Zerfall gerettet.

(RP)