Mönchengladbach: Christkindlmarkt auf dem Kapuzinerplatz

Mönchengladbach : Christkindlmarkt auf dem Kapuzinerplatz

Auch am neuen Standort Kapuzinerplatz sind die Mönchengladbacher dem Christkindlmarkt treu geblieben. Sie kamen, um sich wie jedes Jahr gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen. Ergebnis: 95.000 Euro für den guten Zweck.

Langsam geht es voran zwischen den Buden. Die Besucher bleiben stehen, um selbst gemachten Reibekuchen zu genießen oder um mit dem Reibekuchenbäcker über den gemeinsamen Ausflug am letzten Wochenende zu sprechen. Der 41. Christkindlmarkt ist von Gladbachern für Gladbacher — vor allem aber für den guten Zweck, die Behinderteneinrichtungen der Stadt. 95.000 Euro konnte der Markt am Samstag einspielen, das ist noch mal ein wenig mehr als im Vorjahr. Die Angst, der Markt könne am neuen Platz vergessen werden, war demnach absolut unberechtigt.

"Die Leute sind mitgezogen und haben den neuen Standort am Kapuzinerplatz gut angenommen, das macht uns sehr froh", sagt Eva Fink vom Vorstand des Christkindlmarktes. Anlieferung und Aufbau hätten auch am Kapuzinerplatz gut funktioniert. "Natürlich gibt es Dinge, die verbessert oder anders gemacht werden können, das setzen wir dann im nächsten Jahr um." Und auch am Engagement der rund 500 Beteiligten hat sich nichts geändert. "Die Bereitschaft in der Stadt ist wirklich sehr groß, den Markt zu unterstützen." Das zeigt nicht nur am Engagement im Vorfeld, sondern auch im Kaufverhalten: Die ersten Stände haben schon um 11 Uhr, zwei Stunden nach Eröffnung, keine Ware mehr. Die hohe Qualität der meist selbst kreierten Produkte überzeugt seit vielen Jahren.

Dass seine Mühen, einen neuen Platz für den Markt zu finden, nicht umsonst waren, sieht nun auch Norbert Bude. Der Oberbürgermeister schaut am Nachmittag auf dem Markt vorbei, der "immer noch brechend voll" ist, obwohl es ja schon morgens losging. "Ich habe gerade erst einmal ein paar heiße Maronen gegessen, und jetzt schaue ich mich mal um", sagt er und steuert einen der 55 Stände an.

Ohne die vielen Ehrenamtlichen würde der Markt nicht funktionieren. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Und wer zusätzlich zur inneren Wärme, sei es durch Spenden oder heiße Maronen, auch noch Bekleidung für die kalte Jahreszeit sucht, wird auf dem Markt wie jedes Jahr leicht fündig. Nicht nur hochwertige Secondhand-Pelzmäntel hängen an den Kleiderstangen, auch Selbstgemachtes darf natürlich nicht fehlen.

Wer Weihnachtsdekorationen oder Geschenke suchte, wurde auf dem Christkindlmarkt fündig – garantiert. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Renate Jansen hat gestrickt — viel gestrickt, und das schon seit Mai. Das Ergebnis liegt nun vor ihr auf der Theke — mehr als 50 Mützen aus wunderbar weicher Merinowolle. Mal klassisch in Schwarz, in knalligem Pink oder mit neonfarbenen Bommeln. "Ich bin schon seit vielen Jahren dabei, früher habe ich auch mal getöpfert für den Christkindlmarkt. Es macht einfach Spaß, hier zu stehen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen", sagt Renate Jansen. Dann wendet sie sich wieder den Kunden zu, die die letzten verbliebenen Mützen in Augenschein nehmen.

Der Nikolaus durfte auf dem Christkindlmarkt natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen. Die Kinder freuten sich genauso über seinen Besuch wie die Eltern. Foto: Detlef Ilgner

Die Besucher haben einen schönen Nachmittag, doch langfristig wird die Freude über den gelungenen Markt noch größer sein. Wie jedes Jahr gehen die Spenden an acht Institutionen der Gladbacher Behindertenarbeit: Die Aktion "Freizeit behinderter Jugendlicher", Hephata, die Förderschule Dahlener Straße, die Paul-Moor-Schule, den Reha-Verein, die Rheinische Schule für Körperbehinderte in Rheindahlen, die Förderschule Hardt und an das Zentrum für Körperbehinderte. Mit den Spenden werden jedes Jahr Ausflüge oder kostspieligere Anschaffungen finanziert, die sonst außerhalb des Budgets liegen. Die neunte begünstigte Institution wechselt in jedem Jahr, diesmal ist es die Peter-Ustinov-Schule. Die Schüler verkauften auf dem Christkindlmarkt Bücher.

Auch Vierbeiner gehörten zu den Besuchern des Christkindlmarkts. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Zum Ausklang setzte am Nachmittag der Chor "Sound and Spirit" unter der Leitung von Klaus Müßeler mit beschwingender Musik an. Arm in Arm, bei Glühwein oder Kinderpunsch kam trotz des relativ warmen Wetters noch ein bisschen mehr Weihnachtsstimmung auf. Wichtig ist dann eben doch das Beisammensein — nicht der Standort.

(ansc)
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