Mönchengladbach: CDU will die Stelle des Kämmerers ausschreiben

Mönchengladbach: CDU will die Stelle des Kämmerers ausschreiben

Bernd Kuckels' Amtszeit endet im März 2018. Deshalb wollen CDU und SPD in der Ratssitzung am 18. Oktober die Ausschreibung der Stelle des Kämmerers beschließen. Die FDP reagiert verärgert und protestiert.

Ende März 2018 endet die Amtszeit von Bernd Kuckels (55): Der Kämmerer und Stadtdirektor ist dann zwei Wahlperioden, also insgesamt 16 Jahre, in Mönchengladbach. Nach dem Kooperationsvertrag, den CDU und SPD 2014 unterschrieben haben, steht den Christdemokraten das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Kämmerer-Postens zu. Er könnte für weitere acht Jahre Kuckels heißen - doch nach einer Wiederwahl sieht es nicht aus. "Ich gehe davon aus, dass wir in der Ratssitzung am 18. Oktober die Ausschreibung der Kämmerer-Stelle beschließen", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Schlegelmilch. Die SPD wird diese Entscheidung vertragsgemäß mittragen. Das bedeutet: Mönchengladbach sucht einen neuen Finanzexperten.

Dass diese Entscheidung in der Oktober-Ratssitzung fällt, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Denn Kuckels wird nach den Vorgaben des Stärkungspakts den ersten Gladbacher Haushalt seit 1994 vorlegen, der bei Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen ist. Das ist ein großer Erfolg, an dem er einen nicht unerheblichen Anteil hat. Deshalb gibt es in der CDU Kräfte, die ihn wieder wählen würden. Zumal sie sich davon versprechen, dass es Erfahrung braucht, um die sensible Zeit nach dem Haushaltsausgleich weiter zu steuern. Denn mit dem Eintritt in den Stärkungspakt hat sich Gladbach verpflichtet, in den Folgejahren ausgeglichene Haushalte zu präsentieren, muss aber mit deutlich geringeren Zuschüssen vom Land auskommen. Außerdem gibt es nicht wenige in der christdemokratischen Fraktion, die Kuckels gerne behalten würden, weil er FDP-Mitglied ist und sie sich die Option einer schwarz-gelben Ratsmehrheit nicht verbauen wollen.

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Kuckels, der einst für die Liberalen in der Stadt Politik machte, Jurist mit zwei Prädikatsexamen ist und im November 1998 in Haan seine erste Kämmerer-Stelle antrat, sagt: "Ich kenne das politische Geschäft und weiß, dass man aus parteipolitischen Gründen nicht wiedergewählt werden kann. Das akzeptiere ich auch." Kuckels weiß, dass er mit einem Pfund immer wuchern kann: Er ist derjenige, der den Haushaltsausgleich schafft. "Ich bin zuversichtlich, dass dies ohne Steuererhöhungen gelingt. Und ich würde mein Amt gerne fortführen, gerade in den positiven Zeiten einer wachsenden und sich entwickelnden Stadt." Spannend wird die Frage, wer den Posten des Stadtdirektors bekommt. Unter den CDU-Beigeordneten gibt es zwei Interessenten: Gert Fischer (Kultur, Sport, Schule), der als Dienstältester einen Anspruch geltend machen könnte, und Gregor Bonin (Bauen, Stadtplanung, Verkehr, Umwelt), der mit dieser Aussicht von seiner Position im Düsseldorfer Rathaus nach Gladbach gelockt worden sein soll.

Nicole Finger, Vorsitzende der FDP-Fraktion, zeigt sich irritiert darüber, dass die CDU in der Frage von Kuckels' Wiederwahl nicht das Gespräch mit ihr gesucht hat. "Es sollte einen Austausch geben, bevor so eine Entscheidung fällt", sagt sie. In einem Brief an CDU-Fraktionschef Schlegelmilch hat sie um einen Gesprächstermin gebeten. Der soll kommende Woche stattfinden. Was in dem Brief sonst noch steht? "Dass der FDP sehr viel an der Wiederwahl von Bernd Kuckels liegt und die CDU keine Zweifel an seiner Kompetenz habe", sagt Finger. Immerhin habe die CDU ihn 2010 aus der Opposition heraus wiedergewählt, ohne dass dies nötig gewesen sei. "Sollte es tatsächlich so kommen, wird das die Beziehung zwischen CDU und FDP nachhaltig belasten."

(RP)