Mönchengladbach: CDU und SPD suchen Gründungshaus

Mönchengladbach : CDU und SPD suchen Gründungshaus

Damit Jungunternehmern bei der Firmengründung kein scharfer Wind ins Gesicht bläst, plant die politische Mehrheit ein Sprungbrett für Start-ups. So wie es das V 16 war. Doch die EWMG hat bisher nicht das passende Haus gefunden.

Das Thema steht im Kooperationsvertrag von CDU und SPD ganz weit oben: Die beiden Parteien, deren Fraktionen im Rat eine Mehrheit bilden, wollen einen Gründungs-campus schaffen und Start-up-Unternehmen ein Sprungbrett bieten. Getreu der Devise: Firmenpflänzchen erst im Gewächshaus so lange hegen und pflegen, bis sie kräftig sind und außerhalb des Glashauses weiter gedeihen können.

Das hat in der Stadt schon bestens funktioniert. Das ehemalige V 16 im alten Bauamt an der Viersener Straße wirkte wie ein Magnet. Bislang aber fand sich noch nichts Vergleichbares. "Wir führen zahlreiche Gespräche. Wir finden interessierte Partner. Aber wir finden nicht die richtige Immobilie", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Felix Heinrichs. Und Stadt und EWMG winken mittlerweile schnell ab: Was an städtischen Gebäuden frei ist und in Frage kommen könnte, wird zur Zeit für Flüchtlinge benötigt.

Inzwischen haben die Groß-Koalitionäre ihr Blickfeld verändert. Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten steht nicht mehr alleine im Zentrum. "Wir brauchen eine gute Konzeption, und daran muss derzeit forciert gearbeitet werden. Es gibt Technologiezentren, die mit dem Anspruch angetreten sind, Jungunternehmern ein Sprungbrett zu bieten. Und irgendwann arbeiten nur noch Berater in diesen Häusern. Dafür brauchen wir kein Gründungshaus", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Schlegelmilch. Das hieße dann: CDU und SPD verzichten auf eine krampfhafte Suche nach Immobilien, sondern konzentrieren sich auf den Inhalt.

Denn im Gegensatz zu den V-16-Jahren ist die Situation in der Stadt für Firmengründer mittlerweile eine andere. Es gibt Angebote, die zwar meist an privaten Investoren angedockt sind, diese aber Sonderkonditionen unterbreiten oder die angebotenen "Gewächshäuser" Jungunternehmer so gestaltet haben, dass mit Synergieeffekten Einspareffekte erzielt werden. "Das Neuwerker" gehört dazu, ebenso das "Bankhaus" und "Sektor M". Im "Blauhaus", dem gemeinsamen Vorzeigeprojekt von NEW und Hochschule Niederrhein, sollen auch Start-up-Firmen eine Heimat finden - aber diese werden dann irgendetwas mit dem Thema Energie zu tun haben.

Daher konzentriert sich alles auf ein Gelände, das im Jahr 2017 frei werden könnte: das ehemalige Polizeipräsidium mit dem angrenzenden Umfeld des Grenzlandstadions. Wenn die Polizei Ende 2016 ihr neues Domizil an der Krefelder Straße bezieht, wird das große Objekt an der Theodor-Heuss-Straße frei. Dann soll hier ein Hochschul-Quartier entstehen - mit einem Gründungscampus. Der Haken an der Sache: Das Gelände gehört dem Land, das es auf den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) übertragen hat. Und ob der die Interessen der Stadt teilt, ist die Frage. Um vorzubeugen, dass hier zum Beispiel Reihenhäuser entstehen, haben CDU und SPD einen Rahmenplan beschlossen, der ihren und städtischen Interessen entspricht.

Trotzdem wird die Suche nach einer Immobilie für ein Gründungshaus nicht eingestellt. Heinrichs: "Wir könnten es später auch auf dem Campus verpflanzen."

(RP)
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