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Mönchengladbach: CDU und SPD sind vorerst gegen die Regiobahn S 28

Mönchengladbach : CDU und SPD sind vorerst gegen die Regiobahn S 28

Politik und Verwaltung fürchten erhebliche Nachteile für die Stadt. Es soll aber weiter verhandelt werden.

Aus Mönchengladbach gibt es weiter kein grünes Licht für die Verlängerung der Regiobahn S 28 von Kaarst bis Viersen, die in der Donk auch Mönchengladbacher Gebiet tangieren würde. Zwei wesentliche Fragen sind vor allem für die CDU nicht ausreichend geklärt: Könnte die Strecke nachts auch für Güterverkehr genutzt werden? Und sorgt die Verbindung perspektivisch womöglich dafür, dass die RE 13, die Mönchengladbach mit den Niederlanden verbindet, eingestellt wird? CDU und SPD werden deswegen heute in der Bezirksvertretung Ost, zu der etliche Anwohner als Zuhörer erwartet werden, dagegen stimmen, dass Mönchengladbach die Absichtserklärung unterzeichnet. Das endgültige Aus für die Regiobahn-Pläne bedeutet dieses Votum indes nicht. Was vor allem in Teilen der SPD-Fraktion für Unmut sorgt.

Zehn Fragen will die CDU noch von der Verwaltung beantwortet haben. Die Mitglieder der SPD-Ost halten die meisten davon längst für ausreichend beantwortet. Tatsächlich ist die Vorlage der Verwaltung zu der S 28-Frage eindeutig. Die Regiobahn bringt der Stadt nach Überzeugung der Verwaltung vor allem eines: schwer kalkulierbare Risiken. Die SPD, die seit jeher gegen das Projekt war, sieht das genau so. "Auch wir finden: Bei dieser Faktenlage wäre es fahrlässig, den Letter of Intent zu unterschreiben", sagt der Fraktionsvorsitzende Felix Heinrichs. Bei der CDU ist die Tonalität etwas anders. Zwar betont auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Schlegelmilch, ihn überzeuge die Präsentation der Regiobahn-Betreiber bislang in keinster Weise. Er sagt allerdings auch: "Wir möchten nicht gerne dumm sterben. Darum brauchen wir weitere Informationen, um abschließend beurteilen zu können, was die Stadt von diesem Infrastruktur-Projekt hat." Diese Position stößt bei jenen, die das den Bürgern in ihrem Wahlkreis vertreten sollen, auf begrenzte Gegenliebe. In der SPD-Fraktionssitzung wurde es am Montag bei der Diskussion laut. Nicht alle finden es richtig, weiter zu verhandeln. Doch Felix Heinrichs stellt klar: "Die Gespräche mit den Kollegen aus Düsseldorf, Viersen und Neuss laufen weiter. Wir schlagen nicht alle Türen zu." Wohl auch, weil es für Gladbach in den Verhandlungen um Wesentlicheres als die Verlängerung der Regiobahn gehen könnte. Eine Verbindung von Düsseldorf über Mönchengladbach nach Eindhoven und von dort weiter bis Rotterdam oder Den Haag bleibt für die Stadt ebenso ein Ziel wie die Verlängerung der S 8 bis Rheydt.

(RP)