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Mönchengladbach: CDU: Besten will weiter machen

Mönchengladbach : CDU: Besten will weiter machen

Keinen Millimeter Boden preis geben will der CDU-Fraktionsvorsitzende Rolf Besten. Das bekundete er am Montagabend nach Berichten von Teilnehmern am Rande der Fraktionssitzung.

Der 58-Jährige war vergangene Woche überraschenderweise vom neuen Stadtbezirksverband Nord nicht als Direktkandidat für den Wahlkreis Eicken-Nord gewählt werden. Sollte die Delegiertenkonferenz am 13. Januar dieses Votum bestätigen, würde Besten nach der Wahl im kommenden Jahr nicht erneut im Rat sitzen — und die CDU bräuchte einen neuen Fraktionsvorsitzenden.

Am Wochenende formierten sich die Unterstützer Bestens. Egal ob im VIP-Bereich des Borussia-Parks oder beim 50. Geburtstag des Stadtmitte-Bezirksvorstehers Herbert Pauls: Viele waren sehr erbost über die Abstimmung, die der 29-jährige Nobody Torsten Terhorst haushoch gewann. Immer wieder wurde in kleinen und größeren Grüppchen darüber debattiert, dass nicht die Partei der Fraktion in ihre Personalpolitik hereinreden könne. Das sei eine "Sauerei". Einige CDU-Mitglieder waren so enttäuscht über die offensichtlich hinterrücks eingefädelte Abstimmung, dass sie aus der Partei austreten wollten. 40 der größtenteils sehr jungen Mitglieder, die mitstimmten, sollen ihren Wohnsitz gar nicht in Mönchengladbach haben.

Die CDU-Spitze ist darum bemüht, nach den Chaos-Tagen Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen. Die größte Sorge: Eine Eskalation des Streits könnte im Extremfall dazu führen, dass sich ein Teil der Enttäuschten aus den eigenen Reihen zusammenfindet, um eine eigene Partei zu gründen. Das würde die Chancen der CDU und auch ihres Oberbürgermeister-Kandidaten Norbert Post bei der Kommunalwahl im Juni erheblich mindern.

Ein Indiz für das weitere Vorgehen dürfte es am 9. Dezember gehen. Dann tagt der Kreisparteivorstand und legt die Kandidaten für die Reserveliste fest. Traditionsgemäß stehen an erster Stelle der Oberbürgermeister-Kandidat, an zweiter Stelle der Fraktionsvorsitzende und auf den folgenden Plätzen die stellvertretenden Vorsitzende, eine Vertreterin der Frauen-Union und die Sprecher der Ausschüsse. Bei der vergangenen Wahl zog kein einziger von der Liste in den Rat ein. Der Grund: Die CDU gewann alle 33 Direktmandate. Das ist auch bei der kommenden Wahl trotz möglicher Stimmenverluste denkbar. Denn die SPD hat mit der Linken einen weiteren Konkurrenten.

Daniel Bauer, Vorsitzender der Jungen Union, freut sich darüber, dass die nächste Ratsfraktion der der CDU jünger wird. Mit dem Erfolg Terhorsts habe man im Vorfeld nicht gerechnet. "Wir werden das Ergebnis in Ruhe analysieren und dann entscheiden, wie es weiter geht", so Bauer.

(RP)