Mönchengladbach: Carsten Knoch kümmert sich um Mönchengladbachs Radwege

Mönchengladbach : Carsten Knoch kümmert sich um Mönchengladbachs Radwege

Ratinger Fahrradbeauftragter wird Mobilitätsexperte. Radler-Szene findet's gut.

Im November 2013 erhielt die Stadt Ratingen das Prädikat "Fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt in NRW". Was hat das mit Gladbach zu tun? Viel. Denn jener Mann, der den Weg der Ratinger zu einer fahrradfreundlichen Kommune maßgeblich begleitet hat, fängt am kommenden Freitag seinen Dienst in Gladbach an: Carsten Knoch wird der erste Mobilitätsbeauftragte der Stadt. Hinter dem sperrigen Titel steckt mehr, als man gemeinhin vermuten würde. Knoch, Jahrgang 1971 und Diplom-Geograph, soll der "Autovorrangstadt Mönchengladbach"- so Kritiker - den Weg in eine autofreiere Zukunft weisen.

Dass Knoch ab August die Aufgabe übernimmt, hat sich in der selbstbewusster werdenden Gladbacher Radfahrerszene schnell herumgesprochen. Denn der Noch-Ratinger gilt als anerkannter Experte, der an seiner jetzigen Wirkungsstätte viel bewegt hat. So hat er mitgeholfen, zahlreiche politische Beschlüsse vorzubereiten, mit denen Ratingen sein Radverkehrsnetz deutlich verbessert hat. Es gibt sogar einen Masterplan Radverkehr.

In Gladbach wird sich Knoch nicht nur - wie in Ratingen - auf eine Stelle als Fahrradbeauftragter beschränken. Zu seinen Aufgaben zählt der gesamte öffentliche Nahverkehr: Außerdem soll er der erste Ansprechpartner für Neubürger sein, wenn diese Fragen zur Mobilität haben. Zu Ampel-Zeiten von SPD, FDP und Grünen in der vergangenen Wahlperiode ist Knochs Stelle eingerichtet worden. Es dauerte Jahre, bis sie jetzt besetzt wird.

Dass er hier viel verändern muss, steht außer Frage. Von einer fahrradfreundlichen Kommune ist Gladbach Lichtjahre entfernt. Untersuchungen haben ergeben, dass nur sieben Prozent der Bewohner mit dem Rad unterwegs sind. Dies liegt auch an der fehlenden Attraktivität des Radverkehrsnetzes: An innerstädtischen Strecken fehlen Radwege teils ganz. Viele wurden nachträglich auf Fahrbahnen markiert, ein Großteil ist in einem baulich jämmerlichen Zustand.

Aber Mönchengladbach will seinen schlechten Ruf bei Radfahrern verändern und strebt sogar einen Anteil des Fahrradverkehrs von 20 Prozent an. Durch Aktionen wie "200 Tage Fahrradstadt" und dank des Vereins "Verkehrswende MG" hat sich inzwischen viel getan. Auch CDU und SPD, die neue politische Kooperation im Rat, will den Fahrradverkehr gezielt fördern.

(RP)
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