Mönchengladbach: Caritasverband: 100 Jahre an der Seite der Menschen

Mönchengladbach : Caritasverband: 100 Jahre an der Seite der Menschen

So voll ist es in der Münsterbasilika selten. Bis auf wenige Stühle in den Seitenschiffen war das Wahrzeichen der Stadt gefüllt. Und das aus gutem Grund: Der Mönchengladbacher Caritasverband wird 100 Jahre alt.

Die Namen der Gründer des Mönchengladbacher Caritasverbands gehen auf den Heiligen Laurentius zurück. Dessen Reliquien werden im Gladbacher Münster verehrt. Einen besseren Ort hätte man für den Jubiläumsgottesdienst also kaum wählen können. Rund 700 Angestellte und 300 Ehrenamtler arbeiten für die Mönchengladbacher Caritas. Für das Jubiläum haben sie sich zu einer Fotocollage vereint, die das Gesicht von Jesus zeigt. In seiner Predigt erzählte Weihbischof Bündgens die Gründungsgeschichte des Caritasverbands und erklärte, dass der Platz der Kirche an der Seite der Menschen sei. Genau dafür stehe auch die Caritas. "Sie lässt niemanden im Stich", sagte Bündgens.

An den Gottesdienst schloss sich der Festakt an. "Ich bin stolz, dass der Verband auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann", sagte Geschäftsführer Frank Polixa. Caritas vollziehe sich im Kleinen, in den Begegnungen mit den Menschen. Deshalb dankte er besonders Schülern der Paul-Moor-Schule, die sich zuvor als Messdiener am Gottesdienst beteiligt hatten. Ursula Gormanns, die den Festakt moderierte, erklärte, dass das Jahr 1917 immer als "Epochenjahr" bezeichnet werde. Das hängt natürlich mit dem Ersten Weltkrieg zusammen und den Monaten, die als Hungerwinter in die Geschichte eingingen. Genau in diese Zeit fällt die Gründung der Mönchengladbacher Caritas. Damals schlossen sich mehrere kleine Wohlfahrtsverbände zu einem großen zusammen.

Die Zahlen der Caritas beeindrucken. 700 Angestellte, 300 Ehrenamtler, rund 20 Einrichtungen und Dienste, rund 8300 Teilnehmer am Hausnotruf-Dienst. "Wenn man das hört, bekommt man eine ungefähre Vorstellung von der Bedeutung der Caritas", erklärte Bürgermeister Ulrich Elsen in seiner Rede und verriet, persönliche Erfahrungen mit der Caritas zu haben. Als Kind sei er stets in eine Ferienfreizeit gefahren, die von der Caritas organisiert wurde. Die Festrede hielt Diözesancaritasdirektor Burkhard Schröders. "Die Caritas ist für die Menschen ein verlässliches Hilfenetzwerk", sagte er. Das Gründungsjahr war für die Menschen damals ein besonders schlimmes. Die Gründung der Caritas in Mönchengladbach sei ein Gegenpol zu den damals herrschenden Verhältnissen. Auch heute sei die Welt in unruhigen Zeiten und die Caritas wieder an der Seite der Menschen. Das zeige sich auch im Umgang mit Flüchtlingen. Die Menschen, ihre Hilfsbereitschaft und die Gemeinschaft stellte Schröders in den Mittelpunkt seiner Rede.

Während der Gottesdienst und der Festakt geladenen Gästen vorbehalten waren, stand die Citykirche am Nachmittag drei Stunden für jedermann offen. Dort veranstaltete die Caritas einen großen Jubiläumsmarkt mit vielen Infoständen, zum Beispiel zu den Themen Demenz, Ernährung und Ausbildung, Aktionen für Kinder und Musik.

(RP)
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