Mönchengladbach: Cable Cars für die Hindenburgstraße

Mönchengladbach: Cable Cars für die Hindenburgstraße

Die Idee ist alt, scheint aber endlich realisierbar. Statt der 1000 Busse, die täglich durch die Einkaufsstraße fahren, sollen Cable Cars auf die Strecke. So will es das City Management. Das Stadttheater wird noch einmal verpackt, und der Weihnachtsmarkt letztmals in alter Form aufgebaut.

Die Innenstadt wird sich verändern – spätestens wenn die Arbeiten für das Großprojekt "Handels- und Dienstleistungszentrum" an der Hindenburgstraße starten. Also bald. Über den Zeitplan und die konkreten Auswirkungen auf den Einzelhandel ließ sich die Mitgliederversammlung des City Managements jetzt informieren. Stadtplaner Martin Scheel machte deutlich: Der Beginn der Arbeiten hat sich bereits um fünf Monate verzögert. Die Ersatzbauten zur Auslagerung der Geschäfte, die schon im August aufgestellt werden sollten, werden erst im März kommenden Jahres errichtet (die RP berichtete). Der Abbruch des alten Stadttheaters beginnt im Sommer 2012.

Thema: Platzgestaltung

Das hat Folgen für die Projektleiter von mfi, die die Verspätung aufholen müssen. Die Verzögerung hat aber auch Vorteile. In diesem Jahr kann der Weihnachtsmarkt ein letztes Mal in gewohnter Form stattfinden – mit Buden, Eisfläche, Karussells, Bühnen – und dem alten Stadttheater in weihnachtlicher Verpackung. "Wir haben die Hülle vom letzten Jahr eingelagert und können sie jetzt wieder verwenden", sagt der Vorsitzende des City Managements, Stefan Wimmers. In den Jahren 2012, 2013 und 2014 wird es weder für den Weihnachtsmarkt noch für das Cityfest geeignete Ausweichflächen geben. Für die Zeit danach müssen sich die Gewerbetreibenden Gedanken machen – beispielsweise über die Platzgestaltung vor dem neuen Zentrum.

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"Der Platz wird nur ein Platz sein, wenn die Busse nicht mehr über die Hindenburgstraße fahren", sagt Stefan Wimmers. Die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (NVV) möchte die Zahl der Busse, die täglich die Hindenburgstraße hinauf und herunter fahren, halbieren. "Dann blieben immer noch 500 Busse pro Tag", sagt Wimmers,"und das ist einfach viel zu viel." Die Einzelhändler wollen die Busse ganz aus der Einkaufsstraße verbannen und dafür Cable Cars fahren lassen. Für diese Idee hatte sich auch schon Planungsdezernent Andreas Wurff begeistert. Die Umsetzung dieser Idee ist jetzt ein ganzes Stück näher gerückt. Die Firma Doppelmayr & Garaventa mit Sitz in Österreich und in der Schweiz, die gerade die Seilbahn für die Bundesgartennschau in Koblenz baute, soll der Wirtschaftsförderung (WFMG) ein konkretes Angebot machen.

Stefan Wimmers wünscht sich, dass jetzt zügig Nägel mit Köpfen gemacht werden. "Die Hindenburgstraße muss dringend repariert werden", sagt er. Vorher muss aber die Busfrage geklärt sein. "Wenn demnächst nur noch wenige und die Cable Cars die Straße befahren, muss anders gedacht und gehandelt werden, als wenn weiterhin 1000 Busse fahren."

Im Frühjahr startet der Wettbewerb für die Platzgestaltung. "Dieser Platz wird die kulturelle und gesellschaftliche Mitte der Stadt darstellen", sagt Stefan Wimmers. Entsprechend muss er ausgestattet sein. Die Mitglieder des City Managements haben sich auch schon Gedanken über einen Namen gemacht. "Weil weite Teile des Hans-Jonas-Parks durch die neue Führung der Abteistraße wegfallen werden, könnten wir uns vorstellen, dem neuen Platz den Namen des großen Philosophen zu geben."

(RP)
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