Mönchengladbach: Bußgeld: Streit zwischen Deiters und Stadt eskaliert

Mönchengladbach: Bußgeld: Streit zwischen Deiters und Stadt eskaliert

Der Streit zwischen dem Karnevalskaufhaus Deiters und der Stadt verschärft sich. Auslöser ist ein Schreiben, das die Stadt am Montag Firmenchef Herbert Geiss zugeschickt hat. Darin wurde dem Kaufhaus ein Bußgeld angedroht.

Statt einer "versöhnenden Geste", wie sie Geiss und der Eigentümer des Königskarrees, Dr. Dieter Langen, nach monatelangen Querelen um eine bisher nicht genehmigte Erweiterung erwarteten, gab es die Androhung des Bußgelds. Das Thema ist zwar ein anderes — aber Geiss und Langen sind perplex. "Wir verstehen es nicht mehr", sagen sie.

Auslöser des schwelenden Konflikts sind die Expansionspläne von Herbert Geiss. Er führt die Deiters GmbH, betreibt in Deutschland 15 Karnevalskaufhäuser und hat Mönchengladbach 2013 als interessanten Standort entdeckt. Im Königskarree zwischen Korschenbroicher Straße und Reyerstraße fand er eine Verkaufsfläche von 760 Quadratmetern mit Erweiterungsmöglichkeiten, vor allem im 1. Obergeschoss. Damals klappte die Zusammenarbeit mit der Stadt hervorragend — wie Langen ausdrücklich betont.

Geiss verkündete dann seine Expansionspläne und stellte eine Bauvoranfrage bei der Stadtverwaltung. Seitdem knirscht es im Gebälk. Um 540 Quadratmeter will der Unternehmer seine Verkaufsfläche erweitern, dazu weitere sechs Mitarbeiter fest einstellen. Platz ist da und wurde bereits früher von einem Tapetenmarkt als Verkaufsfläche genutzt. Um den Auflagen gerecht zu werden, holten sich Geiss und Langen Experten hinzu: für Brandschutz und die Verkehrssituation in dem Mischgebiet, in dem es zahlreiche Einfamilienhäuser gibt.

Um dem Brandschutz zu entsprechen, ließ Geiss nach den Vorgaben seines Experten verschiedene Einbauten machen. Fassungslos macht ihn eine Bemerkung des Beigeordneten Andreas Wurff in der Rheinischen Post, ein zweiter Rettungsweg sei nicht nachgewiesen. Wie zum Beweis führte der Deiters-Chef gestern bei einem Ortstermin Journalisten über eine zweite Treppe, die ins 1. Obergeschoss führt. "Ich verstehe nicht, warum diesen zweiten Rettungsweg bei der Stadt niemand wahrhaben will", sagt Geiss.

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Und auch für die Verkehrssituation gibt es Lösungsansätze: Ebenfalls auf eigene Kosten ließ das Duo Geiss/Langen zum Schutz der Anwohner Empfehlungen von einem Verkehrsgutachter erarbeiten und reichte sie bei der Stadt ein. Das war im Juli vergangenen Jahres — bis jetzt kam keine Reaktion, sagt Geiss.

Über die firmeneigene Homepage sei gezielt auf die Anfahrt von der Korschenbroicher Straße auf den Parkplatz am Königskarree hingewiesen worden. Eigentümer Langen: "Da gibt es 150 Parkplätze, mehr als vorgeschrieben. Freitags und samstags ist noch mehr Platz da, weil dann in den Büros niemand arbeitet und Parkplätze frei werden." Damit Anwohner sich nicht durch falsch parkende Autofahrer gestört fühlen, beschäftigt Geiss einen eigenen Parkplatzanweiser: "Er ist in den Wochen vor Karneval täglich da, sonst freitags und samstags. Das sind unsere Stoßzeiten."

Von der Stadt habe man im Prinzip nichts gehört. Auch die vage Ankündigung von Wurff in der RP, die Verwaltung denke über eine temporäre Zulassung in den Wochen vor der Session nach, habe keine Reaktion bei der Verwaltung ausgelöst. Eher die, dass ein Stadt-Mitarbeiter sich die Räumlichkeiten angeschaut hat — und daraufhin am Montag das besagte Schreiben mit der Bußgeld-Androhung schickte. Geiss ist fassungslos: "Dieses Schreiben ist vom Ton her schlichtweg frech. Wir wollen Klarheit: Kommt ein Nein, werden wir klagen."

(RP)