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Mönchengladbach: Burnout: 60 Prozent der Lehrer gefährdet

Mönchengladbach : Burnout: 60 Prozent der Lehrer gefährdet

Burnout – ein Begriff, der vor einigen Monaten für Zündstoff sorgte, als in Zeitungen und Magazinen eine Diskussion über das Problem der totalen emotionalen Erschöpfung entbrannte. Aktuell ist es still geworden um die neue "Volkskrankheit", als die das Burnout-Syndrom häufig bezeichnet wurde.

Burnout — ein Begriff, der vor einigen Monaten für Zündstoff sorgte, als in Zeitungen und Magazinen eine Diskussion über das Problem der totalen emotionalen Erschöpfung entbrannte. Aktuell ist es still geworden um die neue "Volkskrankheit", als die das Burnout-Syndrom häufig bezeichnet wurde.

Gebannt ist das Problem aber keinesfalls. Vor allem Lehrkräfte gehören laut der Potsdamer Lehrerstudie zur Risikogruppe — 60 Prozent sind gefährdet. Gut drei Viertel der Lehrer in Deutschland erreichen das reguläre Pensionsalter nicht — mehr als die Hälfte davon aufgrund psychischer Erkrankungen.

Bei den Mönchengladbacher Schulgesprächen gab Referent Ralph Goldschmidt zum Konflikt "Schule oder Leben?" Lösungsansätze und Tipps, mit denen der Balance-Akt zwischen erfolgreicher Arbeit und Lebensqualität gelingen kann. Sparkassendirektor Hartmut Wnuck begrüßte mehr als 200 Lehrer in der Stadtsparkasse am Bismarckpatz. "Dieses aktuelle, herausfordernde Thema passt", sagte er, "denn es trifft den Nerv der Zeit."

Dies habe auch die Lenkungsgruppe um Dr. Gert Fischer, Dezernent für Bildung, Kultur und Sport, bei ihrer Themenfindung beeinflusst. Seit 22 Jahren sei nachhaltige und partnerschaftliche Unterstützung das Ziel der Schulgespräche. Dazu kam in Ralph Goldschmidt ein bundesweit erfolgreicher Redner. Seine Impulsvorträge führen ihn von den Alpen bis zur Nordsee, in Dax-Unternehmen, aber eben auch auf Lehrerfortbildungen. Sein Konzept der "Work-Life-Balance" gilt für Erwerbstätige aus allen Bereichen. Der Diplom-Sportwissenschaftler nennt es eines seiner "Herzblutthemen" — und das kam an.

Mit Witz und Engagement gelang es dem Referenten, die Aufmerksamkeit der anwesenden Lehrer fast zwei Stunden lang aufrecht zu erhalten. Immer wieder regte er seine Zuhörer zum Nachdenken an — über die Beziehung zum Ehepartner, zu Freunden und Arbeitskollegen, über Gesundheit, Wohnungssituation und über die elementare Frage: Ist mein Beruf noch Berufung? Denn all dies wirke sich auf die Lebensqualität aus. Unter Druck solle sich trotzdem niemand setzen — Goldschmidts Devise: "Sie können nicht in jedem Bereich perfekt sein, brauchen es gar nicht versuchen. Es geht einfach nicht." Prioritäten setzen sei wichtig. Vor allem beim Zeitmanagement.

Fragen blieben in der an den Vortrag anschließenden Diskussionsrunde kaum noch offen. "Der Vortrag war sehr anschaulich, und es wurde viel gelacht. Ich wurde währenddessen immer wacher — das war bei bisherigen Schulgesprächen nicht immer so", befand eine Zuhörerin. "Vor allem habe ich heute gelernt: 'Wenn es mir gut geht, ich Lebensfreude verkörpere, dann geht es auch meinen Schülern gut", sagte sie.

(baka)