Mönchengladbach: Bund kürzt: Volksverein in Not

Mönchengladbach : Bund kürzt: Volksverein in Not

Eine Million Euro wird dem Volksverein fehlen, weil der Bund die Zuschüsse für Ein-Euro-Jobs kürzen will. Darum stehen alle Einrichtungen auf dem Prüfstand. Günter Krings interveniert bei Arbeitsministerin von der Leyen.

Dem Volksverein geht es an den Kragen. Das sagt Edmund Erlemann, Mitgründer und Vorsitzender des Vereins, der sich für Arbeitslose einsetzt — und das mit großem Erfolg. Erlemann ist aber auch kämpferisch: "Jetzt erst recht! Wir werden es nicht zulassen, dass die Langzeitarbeitslosen zum Bodensatz der Gesellschaft werden."

Die Katastrophe naht, so Erlemann, aus Berlin. Es geht um den Gesetzentwurf zur Leistungssteigerung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente vom 6. April 2011. "Das bedeutet für uns: Es wird kaum noch Zuschüsse für Ein-Euro-Jobs geben", sagt Erlemann. "Und das trifft uns bis ins Mark."

Aus dem Rennen gekickt

Für den Volksverein würde die Umsetzung des Gesetzentwurfs zur Folge haben, dass einige der wenigen befristeten Arbeitsverhältnisse nicht verlängert werden können und dass ganze Arbeitsbereiche abgegeben oder beschnitten werden müssen. "Immerhin werden wir im kommenden Jahr etwa eine Million Euro weniger an staatlichen Zuschüssen der Bundesanstalt für Arbeit bekommen", sagt der Volksvereins-Vorsitzende. "Damit werden die Langzeitarbeitslosen aus dem Rennen gekickt."

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Die wichtigste Säule des Volksvereins, so Erlemann, sei die Beschäftigung, "wobei die Leistung nicht an erster Stelle steht, sondern die Gewöhnung an das normale Arbeitsleben und natürlich die Vermittlung in den Arbeitsmarkt".

Das 14-Stunden-Programm des Volksvereins soll ausgeweitet werden. "Das ist eine Maßnahme, die ausschließlich durch Spenden finanziert wird", erklärt der Vorsitzende. Zusätzlich zu den zwei Auszubildenden in der Holzwerkstatt möchte der Verein je zwei weitere Azubis in den Bereichen Holzverarbeitung und Möbel- und Küchenaufbau und Umzugsservice einstellen.

Alle Einrichtungen des Volksvereins stehen auf dem Prüfstand. Auch die Ölmühle und die Holzwerkstatt. "Wir müssen überall sparen, aber wir werden alles daran setzten, die beiden Einrichtungen zu halten, wenn auch vielleicht in reduzierter Form", sagt Erlemann. Rentabel seien die Second-Hand-Shops und die Schulkioske, die der Volksverein betreibt. Zusätzlich zum Kiosk an der Gesamtschule Volksgarten wird der Volksverein jetzt auch die Kioske an der Gesamtschule Mülfort und am Berufskolleg Mülfort übernehmen.

Dr. Günter Krings kann die Sorgen des Volksvereins verstehen. Der Gladbacher CDU-Bundestagsabgeordnete hat auch schon mit dem Vorstand gesprochen. Und mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. "Ich habe sie gebeten, ihr neues Konzept ,Bürgerarbeit' so zu modifizieren, dass alte Programme — wie die Ein-Euro-Jobs — noch eine Chance haben. Ich werde hartnäckig bleiben."

(RP)
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