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Mönchengladbach: Polizei ersetzt Seniorin die Türen in der Wohnung nach Einsatz

Einsatz mit Folgen : Warum die Polizei einer Frau aus Mönchengladbach acht neue Türen kauft

Insgesamt acht Türen hat die Feuerwehr bei einem Einsatz in der Wohnung einer Seniorin in Mönchengladbach demoliert – weil sie ihr helfen wollte. Nun sorgt allerdings die Polizei für Ersatz.

Mehrere Monate des Wartens und des Ärgers haben für Christa Nebel* in diesen Tagen ihr Ende. Die 75-Jährige bekommt in diesen Tagen neue Türen für ihre Wohnung, die seit Ende September demoliert waren. Und dies geschah unter kuriosen Umständen: Die Seniorin lag ab dem 24. September wegen einer Verletzung nach einem Fahrradunfall im Krankenhaus. Weil die Nachbarn davon nichts wussten und sich Sorgen machten, als der Briefkasten tagelang nicht mehr geleert wurde, riefen sie die Polizei.

Die Beamten und auch die Feuerwehr befürchteten, die Frau könne hilflos in der Wohnung liegen. Es war Gefahr im Verzug, sagte Polizeisprecherin Isabella Hannen, und die Feuerwehr öffnete die Wohnungstür daraufhin mit schwerem Gerät. Aber nicht nur diese Tür war verschlossen, sondern alle anderen sieben Türen innerhalb der Wohnung auch. Christa Nebel tut dies immer, wenn sie das Haus verlässt, aus Angst vor Einbrechern. Als alle Türen gewaltsam geöffnet sind und die Einsatzkräfte niemanden in der Wohnung finden, kommt die Entwarnung: Die gesuchte Frau liegt im Krankenhaus. Als Christa Nebel einen Tag später aus der Klinik entlassen wurde, stand sie in einer Wohnung mit einer notdürftig reparierten Wohnungstür und sieben demolierten Zimmertüren. Was nun?

Die Stadt, an die die Seniorin sich zuerst wandte, lehnte für die Feuerwehr ab, den Schaden zu begleichen. Denn die war nur im Wege der Amtshilfe tätig geworden für die Polizei. Die bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion: „In so einem Fall zahlt derjenige, der die Öffnung veranlasst hat. Und das war die Polizei“, sagte Isabella Hannen und versprach, sich schnellstmöglich darum zu kümmern.

Und das ist auch geschehen: Hannen vermittelte den Kontakt zu der dafür zuständigen Stelle bei der Mönchengladbacher Polizei, die nahm unbürokratisch Kontakt mit der Seniorin auf und kümmerte sich um die Reparatur. Ein Schreinerbetrieb war bereits vor Ort, die neuen Türen sollen in wenigen Tagen eingebaut werden, wie Christa Nebel sagt. Sie ist erleichtert – und will weiter alle Türen abschließen, wenn sie das Haus verlässt.

*Name geändert