Mönchengladbach: Abriss des einsturzgefährdeten Hauses verzögert sich

Mönchengladbach : Einsturzgefährdetes Haus: Umleitung an der Sophienstraße

Der Eigentümer geht gegen die Abrissverfügung für das einsturzgefährdete Haus vor.

Die Gewerbetreibenden an der Sophienstraße, die seit Anfang Juni im Bereich eines einsturzgefährdeten Mehrfamilienhauses voll gesperrt ist, atmen auf: Die Stadt hat eine Umleitung eingerichtet, damit Kunden den Weg zum dort anliegenden Gewerbe finden. Ekkehard Bülling, Geschäftsführer des Großhandels für Malerbedarf Bollmann, hatte bereits vor Wochen beim Bauordnungsamt um eine Umleitung oder um die Öffnung einer der beiden Fahrbahnen gebeten. „Täglich rufen uns ortsfremde Kunden und Lieferanten an und fragen uns nach dem Weg. Umsatzfördernd ist dieser Zustand für uns und andere Gewerbetreibende sicherlich nicht“, sagte er.

Die mittlerweile eingerichtete Umleitung funktioniert. „Generell frage ich mich aber, wieso sich alles so lange verzögert hat“, sagt Bülling. Der Eigentümer des einsturzgefährdeten Gebäudes hat am 12. Juli eine Verfügung erhalten, die den Abriss des Gebäudes bis zum 9. August vorgibt. Ein Bewohner des Hauses hatte gemeldet, dass sich plötzlich Wände bewegt hätten. Sachverständige stellten fest, dass ein tragender Stützpfeiler um 15 Zentimeter in den Boden gesackt war. Grund dafür war der Einbruch eines Kanals unter der Bodenplatte. Zuletzt hatte nur noch eine Familie in dem Haus gewohnt. Sie wurde in einer anderen Immobilie des Eigentümers untergebracht.

„Die Stadt hat versucht, sich mit dem Eigentümer im Vorfeld der Abrissverfügung zu einigen“, sagte Stadtsprecher Dirk Rütten. Nach Ausstellung der Verfügung habe der Eigentümer aber sämtliche rechtliche Schritte eingeleitet, um den Abriss zu umgehen. „Der Zustand der Straßensperrung wird sich aufgrund dieses Rechtsstreits voraussichtlich weiter verzögern“, sagt er: „Die Stadt bedauert das sehr.“

Die Gefahr des einsturzgefährdeten Gebäudes sei weiterhin akut. „Das Bauordnungsamt ist bemüht, verhältnismäßige Maßnahmen für die Lösung des Problems zu finden“, sagte Rütten. Die Öffnung einer der beiden Fahrbahnen war im Juni ausgeschlossen worden, da der Querschnitt der Fahrbahn zu eng sei, falls das Gebäude doch noch einstürzen sollte.

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