Mönchengladbach: Bürger wünschen sich eine "Müllpolizei"

Mönchengladbach: Bürger wünschen sich eine "Müllpolizei"

Der Verein Clean-up MG, der sich für eine saubere und attraktive Stadt einsetzt, stößt unter den Bürgern auf eine große Zustimmung – ist aber insgesamt noch zu wenig bekannt.

Der Verein Clean-up MG, der sich für eine saubere und attraktive Stadt einsetzt, stößt unter den Bürgern auf eine große Zustimmung — ist aber insgesamt noch zu wenig bekannt.

Zu diesem Ergebnis sind Marketing-Studierende der Hochschule Niederrhein gekommen. Sie befragten dazu insgesamt 780 Passanten in den Fußgängerzonen von Rheydt und Mönchengladbach und untersuchten die bisherigen Marketingmaßnahmen von Clean-up MG.

Der am häufigsten genannte Wunsch, den die Bürger an die Non-Profit-Organisation haben, die sich wesentlich durch Vereinsbeiträge und Sponsorengelder finanziert: eine Art Müllpolizei, die Bußgelder bei Verstößen verhängt. Darauf entfiel jeder zweite Wunsch. Daneben wurden weitere Mülleimer und zusätzliche Belloboxen erwähnt.

Wichtigstes Ergebnis der Studierenden am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften: Den Mönchengladbachern ist das Thema Sauberkeit ihrer Stadt sehr wichtig, zufrieden sind sie aber mit dem derzeitigen Zustand nicht. Weit mehr als die Hälfte der Befragten sind mit der Sauberkeit in ihrer Stadt unzufrieden. Alle Befragten konnten mehrere Müll-Schandflecke nennen. In der Gesamtheit zeigt sich, dass sich diese über die ganze Stadt verteilen. Besonders häufig wurden dabei die Bahnhöfe und die Innenstadt genannt.

  • Viersen : Unter Bürgern

Über 60 Prozent der Befragten halten Clean-up MG für eine Organisation, die vor diesem Hintergrund Wichtiges für die Stadt tue. Unsicher zeigten sich die Passanten dagegen bei der Frage, ob die Aktionen ausreichen, um die Stadt sauberer zu machen. Und: Zwar ist das von RP-Karikaturist Nik Ebert entwickelte Clean-up-MG-Symbol den Befragten weitgehend bekannt und in sehr positiver Erinnerung, allerdings wird das Symbol, das auch auf Mülleimern und Belloboxen in der Stadt klebt, nicht immer Clean-up MG zugeordnet. Der Organisation fehlt es noch an Bekanntheitsgrad.

App für das Smartphone

Um diesen zu erhöhen, so die Studierenden, sollte Clean-up MG den Mönchengladbachern eine "Clean App" anbieten, die jeder kostenlos auf sein Smartphone laden könne. Über die App könnten Bürger "Müllschandflecke" fotografieren und an die GEM weiterleiten. Die städtische Müllabfuhr informiere die Bürger dann über die erfolgreiche Müllbeseitigung. "Der Lösungsansatz ist kostengünstig und innovativ und kann daher dazu beitragen, das Image und die Bekanntheit von Clean-up -MG zu erhöhen", sagte Eugen Viehof bei der Präsentation der studentischen Arbeitsergebnisse. Er und weitere Wirtschaftsvertreter gründeten den Verein vor zehn Jahren, um das Verantwortungsbewusstsein der Bürger für eine saubere und attraktive Stadt zu fördern.

Als Dank für ihr Engagement lud Viehof die 16 Studierenden des Wahlfachs Non-Profit-Marketing in die Skihalle Neuss ein. Sie hatten zuvor verteilt auf vier Gruppen um das beste Konzept gekämpft. Betreut wurde die Projektarbeit von Prof. Dr. Ingo Bieberstein.

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE