Mönchengladbach: Bürger vermissen beim Müll eine Gebührentransparenz

Mönchengladbach : Bürger vermissen beim Müll eine Gebührentransparenz

Heute beschäftigt sich der Beschwerdeausschuss mit Bürgeranträgen. Grüne fordern andere Berechnung.

Der Pädagoge Peter Uhler saß mehrere Jahre für die CDU im Stadtrat und ist heute noch als stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Spee-Akademie in der Stadt aktiv. Auch er erhielt für seine dreiköpfige Familie das Erfassungsformular der Stadttochter Mags, in dem er die Personenzahl und das gewünschte Leerungsintervall für Restmüll angeben muss. "Da wird abgefragt, ob wir eine wöchentliche oder eine 14-tägige Leerung unserer Mülltonne haben wollen. Das kann ich doch erst dann entscheiden, wenn ich auch die vermutlich höheren Kosten für die wöchentliche Leerung kenne", wundert er sich. Eine Rückfrage seinerseits bei der GEM brachte nicht die gewünschte Antwort: "Die Dame am Telefon war nett, aber sie konnte mir nicht helfen."

Wenn sich heute der Beschwerdeausschuss im Rathaus Rheydt (17 Uhr, Ratssaal) mit mehr als 1500 Bürgeranträgen zur Restmüllentsorgung und einer geforderten 35-Liter-Tonne beschäftigt, wird auch das Gebührenthema wieder hochkochen. Die Grünen, die sogar die Bezirksregierung eingeschaltet haben, weil sie Mängel in der Mönchengladbacher Abfallsatzung vermuten, machen noch weitere Rechnungen auf. Nach ihrer Meinung ist die Berechnungseinheit - 15 Liter Restmüll pro Person und Woche für die Besitzer einer Biotonne, 20 Liter für alle anderen - zu hoch. Sie weisen auf die Großstädte Hannover und Bonn hin, die zehn Liter pro Person und Woche zugrundelegen. Im Landkreis Göttingen, so die Ökopartei, werden sogar nur 7,5 Liter Müllaufkommen angerechnet. "Wir Grüne fordern deshalb, die Abfallsatzung zu ändern und ein geringeres Müllaufkommen bei der Berechnung zu berücksichtigen", sagt ihr Umweltexperte Hajo Siemes.

Er sitzt als Vertreter seiner Partei im Aufsichtsrat der GEM und lehnt den Vorschlag von CDU und SPD zu Familienrabatten ab. Siemes: "Dies reicht nicht aus, da ein Großteil der Bürger davon nicht profitieren würde. Ursächliches Problem ist die Berechnungsgrundlage."

(biber)
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