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Mönchengladbach: Bürger-Solar: Schon wieder keine Dividende

Mönchengladbach : Bürger-Solar: Schon wieder keine Dividende

Das Projekt von Volksbank und NEW Re bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück – auch wegen vieler Probleme an den Anlagen. Stand jetzt sollen die Genossen frühestens 2015 erstmals Geld sehen.

Das Projekt von Volksbank und NEW Re bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück — auch wegen vieler Probleme an den Anlagen. Stand jetzt sollen die Genossen frühestens 2015 erstmals Geld sehen.

Sechs Prozent Rendite über eine Laufzeit von 20 Jahren — diese Aussichten ließen die von der Volksbank und der NEW Re im April 2011 gegründete Bürgersolargenossenschaft (BSMG) attraktiv erscheinen. Doch nun ist klar, dass die Genossen nicht nur in der holprigen Anfangszeit, sondern auch in den kommenden Jahren vergeblich auf eine Dividende warten werden. "Wir rechnen aktuell frühestens für 2015 mit einer ersten kleinen Ausschüttung", ließ Heinz-Wilhelm Hermeling, Aufsichtsratsmitglied der Genossenschaft und Volksbank-Vorstand, die Betroffenen gestern Abend bei einer Versammlung wissen.

Die Gründe seien vielschichtig, sagt NEW-Re-Prokurist Uwe Venske. Der gewichtigste sei die Tatsache, dass die größte der sechs Anlagen, die auf der Gesamtschule Rheydt-Mülfort, im Frühjahr 2012 für mehr als zwei Monate ausfiel — unbemerkt. "Eine Sicherung war herausgesprungen", sagt Venske. Deswegen greife auch weder eine Gewährleistungspflicht des Herstellers noch eine Ausfallversicherung. Den Verlust aus 2012 — rund 52 000 Euro — gelte es in den kommenden Jahren abzubauen, bevor eine erste Dividende fließen kann.

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Vor Jahresfrist hatte BSMG-Vorstand Wolfgang Weuthen noch angekündigt, man erwarte unter Vorbehalt, den Verlust "zum Jahresende wettmachen" zu können. Diese Prognose war nicht zu halten — und auch der bisherige Verlauf des Jahres 2013 lässt wenig hoffen. Als "nicht gravierend besser als 2012" beschreibt Hermeling es. Gewinne, um den Verlustvortrag auszugleichen, gebe es in den zuvor erwarteten Höhen also wohl erst ab 2014.

Doch mehr noch: Die Entwicklung des ersten Halbjahres habe gezeigt, dass bei den meisten der sechs Anlagen grundsätzliche Probleme bestehen. Bedingt durch die flache Verlegung der Solarmodule habe sich erwiesen, dass diese ungewöhnlich stark verschmutzen — und künftig regelmäßig gereinigt werden müssen, so Venske. Denn: Nur 17 Prozent aller BSMG-Module stehen schräg auf Ständern, der Rest liegt parallel zum Dach. Zudem habe es etliche weitere, handwerkliche Fehler gegeben, die man monatelang überprüft und mittlerweile beseitigt habe, sagt Hermeling. Die BGMS war damals unter Zeitdruck an den Start gegangen, weil eine Reduzierung der garantierten Einspeisevergütung im Raum stand.

Hermeling betont, dass man auch weiterhin an das Projekt und an Solarenergie glaube — in Willich habe man dieses Jahr sieben Prozent Dividende ausgeschüttet. Und aktuell installiert die Bank auf ihrer Zentrale an der Senefelderstraße neue Solarmodule, um damit ein Viertel ihres Strombedarfs zu decken. "Allerdings auf Satteldächern", sagt Hermeling, der sich einen Seitenhieb auf die Stadt nicht verkneifen kann. Diese habe intensiv um besagte sechs Flachdächer gekämpft, obwohl Hunderte andere Dächer zur Auswahl gestanden hätten. Nun erkenne man möglicherweise, "dass die es eben nicht sind".

(RP)