Mönchengladbach: Bürger diskutieren über Blaue Route und wachsende Drogenszene

Mönchengladbach: Bürger diskutieren über Blaue Route und wachsende Drogenszene

Die "Blaue Route" beschäftigt seit ihrer Einführung die Bürger in dieser Stadt. Die unmittelbaren Anwohner in Rheydt - naturgemäß - am meisten. Die Rheydter Stadtteilkonferenz in der Familienbildungsstätte Anna-Ladener-Haus kam da wie gerufen für Gegner aber auch Befürworter der Initiative. Neben der kontroversen Fahrradstraße stand auch der Stand des Quartierskonzepts auf der Tagesordnung. Vergleicht man die Diskussion über die "Blaue Route" an diesem Abend mit jüngsten Bürgerversammlungen, lauschten die Bürger eher einem milden und konstruktiven Ton.

Die schlechten Erfahrungen mit Rasern und Dränglern, die sowohl Anwohner als auch Radfahrer bereits geäußert hatten und auch an diesem Abend wiederholten, seien durch die objektiven Messungen nicht belegbar. "Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt bei 26 Stundenkilometer, also innerhalb des Erlaubten", betonte Referent Carsten Knoch, Mobilitätsbeauftragter der Stadt Mönchengladbach. Des Weiteren sei es seit der Eröffnung erst zu drei Unfällen gekommen, die auch durch unachtsame Radfahrer verschuldet waren.

Ein Anwohner berichtet von rücksichtlosen Radfahrern, die insbesondere zu den Stoßzeiten teilweise mit vollem Tempo von der Straße auf den Gehweg fahren würde. Ein Vertreter der Polizei appelliert an mehr gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Anderen sprechen sich klar für die Fahrradstraße aus und sind der Meinung, dass ein Perspektivenwechsel manchmal hilfreich sein könnte. Knoch verteidigte das Projekt: "Mit der Fahrradstraße können wir viele Probleme in der Stadt beheben." Neben den gesunden Nebeneffekten, die das Radfahren mit sich bringe, könne so die Luftqualität verbessert und der Lärmpegel gesenkt werden, sich also äußerst positiv auf die Stadt und ihre Bürger auswirken.

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Der zweite Referent an diesem Abend war Gerhard Kalter vom Fachbereich Sozialplanung, zuständig für das Stadtteil- und Quartierskonzept. Rheydt sei mit einem Durchschnittsalter von rund 40 Jahren zwar ein junger Stadtteil, habe aber ein überdurchschnittliches Problem mit der Arbeitslosenquote (ca. sieben Prozent). Dennoch: Rheydt sei besonders attraktiv für junge Menschen im Alter von 25 bis 40 Jahren. Das müsse man sich bei der Planung des Quartierskonzepts zunutze machen.

Nach dem offiziellen Teil durften die Bürger Themen vorstellen - wie die Pflege der Naherholungsgebiete in Rheydt, die verbessert werden müsse. Ein Teilnehmer machte auf die wachsende Drogenszene in der Rheydter Innenstadt aufmerksam. "Zwölfjährige werden bereits in die Drogengeschäfte einbezogen." Andere Bürger hätten ähnliche Beobachtungen gemacht. Die nächste Stadtteilkonferenz findet am 12. Juni statt.

(RP)