1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: "Bühne frei" - Kinder erbrachten Superleistungen

Mönchengladbach : "Bühne frei" - Kinder erbrachten Superleistungen

Eine ganz besondere Stimmung und Spannung erfüllte beim letzten Sinfoniekonzert dieser Saison die nahezu ausverkaufte Kaiser-Friedrich-Halle. Nervöse Mütter eilten hin und her und Fotoapparate wurden in Stellung gebracht. Sollten doch zu Beginn des Abends die sechs jugendlichen Gewinner des neu eingerichteten Wettbewerbs "Bühne frei" der Niederrheinischen Sinfoniker ihre Vortragsstücke mit Orchesterbegleitung spielen.

"Ausnahmsweise" gab Generalmusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson diesmal sogar eine kurze Einführung. Er dankte allen 40 Bewerbern, deren Lehrern und Eltern und stellte dann den ersten Solisten des Abends vor, den erst neunjährigen Ryokan Yamakata aus Krefeld, der im einsätzigen Violinkonzert von Jean Baptiste Accolay (1833-1900) seiner Viertelgeige beachtliche Klangqualität entlockte. Der traumwandlerisch sicher und musikantisch agierende Knirps mit unaufdringlicher Selbstsicherheit wusste wie ein Profi seine interpretatorischen Vorstellungen mit kleinen Gesten zu vermitteln, so dass das Zusammenspiel mit dem Orchester nahtlos gelang.

Ryokan galt der Jubel des Publikums ebenso wie Carlotta Rosenthal (12), der einzigen Preisträgerin aus Mönchengladbach. Sie wusste mit blühendem Celloton und schon recht reifer Darstellung den Zuhörern die Élégie op. 24 von Gabriel Fauré nahezubringen. Die beiden Querflötistinnen Fabienne Kreuzer (14) und Maika Nikulla (15) glänzten als gleichberechtigtes und in jeder Phase optimales Duo im Allegro aus dem 4. Brandenburgischen Konzert von Johann Sebastian Bach. Hier begleiteten nicht nur der einfühlsam leitende GMD und seine behutsam agierenden Niederrheinischen Sinfoniker — Konzertmeister Fabian Kircher (Solovioline) und Michael Preiser am Cembalo waren ebenso Garanten für eine stilsichere Wiedergabe.

  • Einspielungen mit Hindernissen: Die großen Abstände
    Musik in Mönchengladbach : Sinfoniker nehmen zwei neue CDs auf
  • Die Band „Nameless“ spielt beim Newcomerfestival.
    Musiknachwuchs in Düsseldorf :  Jugendliche Musiker präsentieren Online-Konzert
  • Gespannte Aufmerksamkeit im Jugendsinfonieorchester der Tonhalle.
    Konzert in der Tonhalle : Entdeckungsreise zu Ludwig van Beethoven

Großen Vorbildern zum Trotz hatte sich die elfjährige Tina Krumik an Prélude und Allegro moderato aus dem ersten Violinkonzert von Max Bruch gewagt. Das zarte Mädchen mit dem offenkundig eisernen Willen bestand diese Feuertaufe grandios. Technisch und bezüglich der Ausdrucksintensität eine Superleistung! Tim Kanik (13) brachte zum Abschluss mit der fetzigen "Brazileira" aus der Suite für Altsaxofon von Darius Milhaud im Verein mit dem lustvoll sekundierenden Orchester federnd und dank funkelnder Tongebung den Saal zum Schwingen. Ihm und allen Mitwirkenden galt begeisterter Beifall.

(oeh)