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Mönchengladbach: Bücherei: Protestschreiben an Bude

Mönchengladbach : Bücherei: Protestschreiben an Bude

Oda Walendy, Nachfahre der Stifterfamilie Brandts, kritisiert: "Unmoralisch!"

Die Künstlerin Oda Walendy macht ernst: Nachdem sie in der RP ein juristisches Vorgehen gegen eine Aufgabe der Bücherei an der Blücherstraße nicht ausgeschlossen hatte, legt sie jetzt in einem Brief an Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) Protest gegen einen Bibliotheks-Neubau ein. "In einer Zeit der knappen Geldmittel ist ein solches Vorhaben unvertretbar und ruinös", schreibt Walendy.

Ihre Reaktion kommt nicht von ungefähr: Walendy ist Mitglied im Förderverein der Stadtbibliothek und eine Nachfahrin der Familie Brandts. Und die, namentlich die Eheleute Reinhold und Paula Brandts, haben 1926 das Bücherei-Grundstück der Stadt geschenkt. Ihrem Wunsch fühlt sich Oda Walendy weiter verpflichtet.

"Diese Schenkung beinhaltet ein Versprechen der Stadt Mönchengladbach, sich an die Vorgaben zu halten. Es ist einfach unmoralisch und schnöde, einseitig einmal geschlossene Verträge zu brechen, da die Beteiligten verstorben sind und sich nicht wehren können", schreibt die Künstlerin in ihrem Schreiben an den OB. Sie appelliert an Bude, die Stiftung nicht einfach aufzulösen und mit dem Hinweis, dass sich die Zeiten geändert hätten, zu veräußern. Walendy: "Es wäre ein Wortbruch gegen jeden Treu und Glauben, der kommenden Spendern das gleiche Schicksal bietet."

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Dass Walendy bei einer juristischen Auseinandersetzung Erfolg hat, gilt als wenig wahrscheinlich. Die Ampel-Fraktionen SPD, FDP und Grüne wollen den möglichen Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks an der Blücherstraße in den Neubau stecken. Kulturdezernent Dr. Gert Fischer hatte erklärt, dass der Vertrag von 1926 einen Verkauf nicht ausschließe. Da habe die Stadt ein gutes Gewissen, weil der "Zweck in einer angepassten Form erhalten bleibt". Allerdings will die Stadt am Mittwoch in der Ratssitzung (15 Uhr, Rathaus Abtei) dazu noch einmal Stellung beziehen.

(RP)