Mönchengladbach: Bude: Kapital der Stadt bald aufgezehrt

Mönchengladbach : Bude: Kapital der Stadt bald aufgezehrt

Die erste Rate für das Innenstadtkonzept Rheydt. Der Zuschlag an die Essener Investoren von Mfi für das Einkaufscenter "Mönchengladbacher Arcaden", Der Beginn der Sanierung am Hauptbahnhof Mönchengladbach. Und das gewachsene Interesse von Unternehmen an einem Standort in der Stadt – nach Meinung von Oberbürgermeister Norbert Bude (SPD) hat die Stadt in den vergangenen Monaten deutlich gewonnen. "In zahlreiche Projekte kommt endlich Bewegung", schreibt der OB in seinem Grußwort zum Jahreswechsel.

2011 soll noch besser werden und hält einige Höhepunkte vor. Vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen mit drei Spielen im Borussia-Park und die Hockey-Europameisterschaften von Frauen und Männern hebt Bude hervor. Er freut sich außerdem auf die Begegnung mit Friedensnobelpreisträger Professor Yunus, der demnächst in die Stadt kommt. Und auf ein saniertes Theater, das nach der Sommerpause wieder in sein Stammhaus an der Odenkirchener Straße zieht.

Überschuldung droht

Der OB weist auch auf die großen Probleme der Stadt hin. Die sieht er im wesentlichen in der dramatischen Haushaltssituation. "Voraussichtlich im Jahr 2016 wird Mönchengladbach den Zeitpunkt der Überschuldung erreicht haben. Dann wäre das gesamte Kapital unserer Stadt vollkommen aufgezehrt", mahnt Bude. Er spricht den Bürgern Lob aus, die erkannt hätten, "dass eine Stadt in unserer Situation nicht mehr die komplette Palette aller Leistungen der Daseinsvorsorge vorhalten kann und alles nicht mehr selbstverständlich ist". Aus dieser Situation könne Mönchengladbach nur durch eigenes Sparen, eine allgemein positive Wirtschaftsentwicklung und spürbare Hilfen von Land und Bund herauskommen. Zum Jahresende sei in dieser Hinsicht allerdings ein "Silberstreif am Horizont" zu erkennen: "Die deutschen Städte schöpfen in ihrer schwersten Finanzkrise Hoffnung, denn auch in die Reform der Kommunalfinanzen kommt Bewegung."

Auch auf die angeblich nicht mehr beabsichtigte Islamschule in Eicken geht der OB in seinem Grußwort ein. Er wolle diese Einrichtung nicht in der Stadt. "Ich bin sehr froh, dass die Bürgerinnen und Bürger in Eicken so engagiert ihren Widerstand artikuliert und organisiert haben", sagt Bude. Er sei sich mit der Bürgerinitiative einig, dass eine verstärkte Aufklärungsarbeit gerade bei Jugendlichen absolut wichtig sei: "Gemeinsam wollen wir uns weiter für ein tolerantes, respektvolles und friedliches Miteinander engagieren."

(RP)