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Mönchengladbach: Brittens Oper fasziniert das Publikum

Mönchengladbach : Brittens Oper fasziniert das Publikum

Zweite Vorstellung der englischen Oper "Peter Grimes" teilweise umbesetzt.

Wenn - namentlich bei weniger bekannten Musikproduktionen - die zweite Vorstellung erst drei Wochen nach der Premiere stattfindet, wäre es sinnvoll, noch einmal kräftig die Werbetrommel zu rühren. Schade, dass dies bei "Peter Grimes" nicht gereicht hat - die B-Premiere mit mehreren umbesetzten Partien hätte ein volles Haus verdient gehabt.

Die Niederrheinischen Sinfoniker, geleitet von Mihkel Kütson, wirkten engagiert und gut disponiert. Erstklassig und enorm beweglich bewährten sich wieder Chor und Extrachor. Von den einzeln besetzten Rollen sei Heiko Börner nochmals hervorgehoben. Gegenüber der Premiere scheint der Tenor sich noch intensiver in die komplizierte Psyche des ständig zwischen Brutalität, Feinnervigkeit und vergeblichem Glücksstreben lavierenden Peter Grimes vertieft zu haben. Eine hervorragende Leistung!

Als Ellen Orford war statt der erkrankten Izabela Matula nun Anne Preuß vom Theater Gera/Altenburg zu hören. Sie fügte sich überraschend sicher in das komplizierte Regiekonzept ein und setzte ihren großvolumigen Sopran, mit dem sie hier bereits die Partie der Irene (in Wagners "Rienzi") gestaltet hatte, nun viel sensibler und behutsamer ein.

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Satik Tumyan war mit viel Temperament und Spielfreude die resolute Pubwirtin Auntie. Die Mitglieder des Opernstudios werden bei den Bühnen besonders gefördert, ihnen werden teils gewichtige Aufgaben übertragen. Neben Tenor James Park der, da die Alternativbesetzung nicht einsatzbereit war, erneut als stimmprächtiger und bühnenpräsenter Fischer und Methodist Bob Boles glänzte, ist hier vor allem Sebastian Seitz zu nennen. Er gab dem Apotheker Ned Keene darstellerische Intensität und baritonalen Wohlklang.

Amelie Müller, ebenfalls aus dem Opernstudio, und Debra Hays wirbelten als mannstolle Nichten das Volk durcheinander. Und auch die stummen Partien des Lehrlings von Grimes und des allgegenwärtigen Dr. Crabbe waren mit Florian Seefing und Christoph Mühlen bestens besetzt. Das Publikum war wie bei der Premiere ergriffen und fasziniert und feierte alle Mitwirkenden mit ausdauerndem Beifall.

Nächste Vorstellungen: 6., 12. 16. Juni, jeweils 19.30 Uhr im Theater.

(oeh)