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Britenhäuser: Das Ende eines Lost Place in Mönchengladbach

Leerstehende Britenhäuser in Mönchengladbach : Das Ende eines „Lost Place“

Der Anfang vom Ende der verfallenen Britensiedlung im Nordpark hat begonnen. Stadt und Entwicklungsgesellschaft EWMG erklären, was kürzlich geschehen ist und wie es nun mit den alten Wohnhäusern weitergeht.

Selbst mit Google Earth erkennt man, wie weit die Natur sich das verlassene, britische Wohngebiet im Nordpark an der Hugo-Eckner-Straße bereits zurückerobert hat: Bäume überragen und überwuchern die Häuser, das Gelände verwaldet zusehends. Doch bald müsste Google die Satellitenbilder aktualisieren, denn auf dem abgesperrten Areal hat der Anfang vom Ende der verfallenen Britenhäuser begonnen.

Wer öfters an der Lilienthalstraße spazieren geht, dem bietet sich seit kurzem ein ungewohnter Anblick: Bäume und Büsche liegen gestapelt am Rand der Hugo- Eckner-Straße, die seit langem kaum noch jemand legal betreten hat. Durch die Rodungen  lässt sich das Ausmaß der Zerstörungen und die Menge der Graffiti an den leerstehenden Häusern noch genauer erkennen. „Die Gebäude mussten freigeschnitten werden, um den Abriss vorzubereiten“, sagt Stadtsprecher Mike Offermanns „Die Leitungen für Gas, Wasser und Strom müssen auf dem Areal flächendeckend stillgelegt werden.“

Was das genauer bedeutet, erklärt Stefanie Rink von der  EWMG/WFMG: „Die leerstehenden Gebäude auf dem Areal sind vom Netz genommen, die Zähler wurden ausgebaut. Die Versorgungsleitungen im Gebäude sind somit außer Betrieb. Vorlaufend zum Gebäudeabriss muss nun noch der zuständige Netzbetreiber, die NEW Netz GmbH, die Hausanschlussleitungen vom öffentlichen Netz zurückbauen. Die EWMG ist diesbezüglich mit der NEW in Kontakt.“ Und: „Der Abriss ist für Mai/Juni 2022 geplant. Vorlaufende Ausschreibungen und Konzepterstellung sind bereits in Arbeit“, sagt Rink.

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Die verlassene Britensiedlung, die einst zu den „Ayrshire Barracks North“ gehörte, wird somit noch eine Weile als „Lost Place“ und Anziehungspunkt für illegale Besucher vor sich hin rotten. Dieses Problem ist der EWMG bekannt, und sie hat eine Strategie dagegen.

 So sah es noch vor zwei Monaten aus. Alle Häuser haben Vandalismusschäden.
So sah es noch vor zwei Monaten aus. Alle Häuser haben Vandalismusschäden. Foto: Gabi Peters

„Die EWMG sichert das Gelände seit dem Ankauf im April 2021 im Rahmen der Objektkontrolle. Der technische Außendienst der EWMG führt dreimal pro Woche Kontrollgänge durch“, sagt Stefanie Rink. „Hier wurde die Frequenz aufgrund der vermehrten Vorkommnisse erhöht. Der Zaun wird regelmäßig kontrolliert, defekte Zaunelemente repariert. Brennbarer Abfall und Unrat wird abtransportiert. Zudem erfolgen Maßnahmen zur besseren Einsehbarkeit der Liegenschaft wie der Rückschnitt von Gehölzen. Die leerstehenden Gebäude selbst werden vor unbefugtem Betreten abgesichert. Das heißt: Fenster, Türen und Abgänge werden verriegelt beziehungsweise mit Brettern vernagelt.“

Die eingeworfenen Fenster, eingetretenen Türen und beschmierten Wände machen es schwer, sich vorzustellen, wie schön das Wohngebiet einst gewesen sein muss. Lediglich im Frühjahr erblüht die abgesperrte Allee mit ihren Kirschbäumen in einem fantastischen Rosa.

Sollen mit den alten Häusern auch die Bäume verschwinden? „Erhaltenswerter Baumbestand soll ausdrücklich so weit wie möglich erhalten bleiben“, sagt Rink. Es werden höchstens einzelne Bäume weggenommen, wenn diese die Verkehrssicherheit im Rahmen der Abbrucharbeiten gefährden.“