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Mönchengladbach: Briten-Häuser im Angebot

Mönchengladbach : Briten-Häuser im Angebot

Ein Krefelder Privatinvestor hat rund 30 Häuser in Windberg gekauft und vermietet sie nun bereits. Unterdessen will der Bund den Verkauf von 56 Häusern an der Lilienthalstraße forcieren. Der Stadt sind diese aber zu teuer.

Wohnsiedlung mit 56 Einfamilienhäusern gefällig? Dann sollten Sie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) bis 6. Juli ein Kaufpreisangebot ohne Bedingungen unterbreiten. "So lange läuft die Ausschreibungsfrist, bis dahin sammeln wir Angebote", sagt Marita Jankowski von der Bima-Abteilung Verkauf. Ganz aktuell hat die Behörde ein 25-seitiges Exposé zu dem 15 332 Quadratmeter großen "Geisterdorf" an der Lilienthalstraße ins Internet gestellt, ein Teilstück der insgesamt 140 Häuser umfassenden früheren Briten-Siedlung am Nordpark, das auch die Hugo-Eckener-Straße einbezieht. Auch mit der Stadt sei man nach wie vor in Verhandlungen, sagt Jankowski.

Foto: Raupold, Isabella

"Nicht das, was wir wollten"

Foto: Raupold, Isabella

Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft (EWMG), hält dem jedoch ein "klares Nein" entgegen: "Was der Bima vorschwebt, ist für die Stadt nicht umsetzbar." Konkret gemeint ist der Preis — eine zweistellige Millionensumme will die Bundesanstalt für die Häuser an Lilienthal- und Hugo-Eckener-Straße offenbar haben. "Wir verhandeln mit der Bima gerade über die Begradigung von Grundstückszuschnitten beim Technischen Hilfswerk — das ist alles. Und nicht das, was wir wollten." Ursprünglich war geplant, dem THW einen Ersatz für sein Areal an der Lilienthalstraße anzubieten — genau dort, wo jetzt noch die Briten-Häuser stehen. Das heutige THW-Grundstück wäre dann mit einem Teil der Briten-Wohnanlage dem Business-Park II im Nordpark zugeschlagen worden.

Schon weiter gediehen ist die Vermarktung von 34 ehemaligen und seit 2009 leerstehenden Engländer-Häusern an der Danziger Straße. Vor 14 Tagen hat die Bima sie an den Krefelder Privatinvestor David Rolef verkauft — und der sie bereits diese Woche unter dem Namen "Schneckenhaussiedlung" auf den Markt gebracht. Die Besichtigungen laufen, die ersten zehn Häuser seien schon weg. Allerdings nicht verkauft. Denn Rolef vermietet ausschließlich — offensichtlich eine Marktlücke in der guten Windberger Lage. Ab 499 Euro Miete plus Nebenkosten ist ein Haus im Originalzustand zu haben, also unsaniert und inklusive englischer Teppiche und Lampen von fragwürdiger Ästhetik, bei 679 Euro beginnt die Miete für ein Haus mit neuen Bodenbelägen, saniertem Badezimmer und Dauerbrand-Kaminofen. Die Gebäude sind unterkellert, haben einen Garten und sind besser in Schuss, als zu erwarten wäre. "Wir waren auf Schlimmeres eingestellt, es war die Rede von Schrottimmobilien", sagt Rolef. Trotzdem ist klar: Wer sich einmietet, muss zunächst investieren.

Den Kaufpreis für die 30 Häuser — vier sind erst verfügbar, wenn sie im August frei werden — nennt Rolef nicht, für vergleichbare in der Nachbarschaft zahlten Privatleute jedoch rund 100 000 Euro. "Unser Kauf amortisiert sich in 20 bis 25 Jahren", sagt Rolef. Die Bima ist den Straßenzug damit so gut wie quitt. Und die Stadt? "Es ist gut, dass etwas passiert und die Häuser nicht brachliegen", sagt Sprecher Walter Schröders. Bald werde über Stellplätze und Garagen verhandelt.

(RP/rl)