Mönchengladbach: Brandanschlag: 21 Monate Jugendstrafe

Mönchengladbach : Brandanschlag: 21 Monate Jugendstrafe

Im Prozess um den Brandanschlag auf die Bundespolizeiwache am Gladbacher Hauptbahnhof hat das Jugendschöffengericht gestern die Urteile verkündet. Angeklagt der schweren Brandstiftung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz waren ein 18-Jähriger und zwei Brüder (18 und 16 Jahre alt).

Der 18-Jährige und die beiden Mitangeklagten hatten sich in der Nacht zum 12. Januar zum Europaplatz begeben. Die beiden Brüder, die aus Litauen stammen, nahmen den Beobachterplatz ein. Der 18-Jährige, den selbst gebastelten Molotow-Cocktail in der Hand, lief auf die Wache zu, zündete die Lunte und warf die Flasche gegen die Glasfront des Polizeigebäudes. Die Flasche fiel zu Boden. Das Fensterglas zersprang nicht.

Ein kleines Feuerchen löschten Polizeibeamte. Am Abend zuvor hatten die beiden 18-Jährigen in einem Keller einen Molotow-Cocktail gebastelt. Dazu verwendeten sie eine Bierflasche mit Terpentin und eine Stofflunte. Der jüngere Bruder kam gestern mit einem Freispruch davon. An dem Bau des Cocktails sei er nicht beteiligt gewesen.

Den vorbestraften Haupttäter, der die Flasche geschleudert hatte, verurteilte das Jugendschöffengericht zu 21 Monaten Jugendstrafe mit Bewährung. Er muss 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der 18 Jahre alte Mitbastler, ebenso vorbestraft, erhielt einen Schuldspruch. Auch er muss 50 Arbeitsstunden absolvieren und sich um geregelte Arbeit kümmern. Einen vierten Mitangeklagten, der mit den beiden Brandstiftern in unterschiedlicher Tatbeteiligung an Hausfriedensbruch im Volksbad, Sachbeschädigung, Beleidigung und illegalem Besitz von Betäubungsmitteln aufgefallen war, verurteilten die Jugendrichter zu einer Woche Dauerarrest. Nach dem Urteil reagierten die jungen Männer sichtlich beeindruckt, nachdem sie zuvor noch gelacht hatten.

(RP/rl)