1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Explosion an der Unterheydener Straße: Brand nach Gasunfall in Mönchengladbach

Explosion an der Unterheydener Straße : Brand nach Gasunfall in Mönchengladbach

An der Unterheydener Straße in Rheydt hat es am Mittwoch eine Explosion gegeben. Eine defekte Gasleitung war die Ursache. Das Gas wurde abgedreht. Die Anwohner kehrten am späten Abend nach Abschluss der Reparaturarbeiten zurück in ihre Wohnungen. Ein Haus stand in Flammen und ist nun unbewohnbar.

Die Reparaturarbeiten an der Unterheydener Straße, wo Gas aus einer defekten Leitung strömte, waren am Mittwochabend abgeschlossen worden, teilte Feuerwehr-Sprecher Johannes Wilde mit. Eine Spezialfirma sei angerückt, um ein neues Rohrstück in die defekte Gasleitung einzusetzen. "Parallel prüfen wir die Gaskonzentration in den betroffenen Häusern und Wohnungen. Wir wollen die Anwohner nicht draußen übernachten lassen", erklärte Wilde am Nachmittag.

Bei Kanalbauarbeiten war diese Gas-Hochdruckleitung der Firma Thyssengas - eine Hauptversorgungsleitung im Straßenbereich der Unterheydener Straße - am Mittwoch gegen 12 Uhr beschädigt worden. Dabei strömte Gas aus und drang in das Kanalsystem ein. Ursache für den Defekt waren Erdbauarbeiten an der Unterheydener Straße, bei denen die Gasleitung angebohrt wurde, erklärte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Johannes Wilde. Wer den Defekt verursacht hatte, ist bislang unklar.

Ausgelöst durch eine Verpuffung des Gases hatte es gegen 15.30 Uhr eine kleine Explosion gegeben. Der Dachstuhl und das Obergeschoss eines Hauses standen in Flammen. Dachziegel flogen vom Dach des alten Fachwerkhauses, das durch den Brand stark beschädigt wurde. Die Feuerwehr konnte den Brand bis 16.30 Uhr unter Kontrolle bringen und löschen. Das Haus ist einsturzgefährdet. Der Anwohner des brennenden Hauses, ein 85-jähriger Mann, der in dem Fachwerkhaus geboren wurde, ist bettlägerig krank und wurde bereits am frühen Nachmittag mit einem Krankenwagen in Sicherheit gebracht. Er wird dort die Nacht verbringen. Wo der Mann danach unterkommen wird, ist noch nicht geklärt.

  • Fotos : Gasunfall in Mönchengladbach: Das sagen betroffene Anwohner
  • Fotos : Gasunfall in Mönchengladbach - Evakuierung der Unterheydener Straße
  • Fotos : Tote bei Brand in Behinderten-Einrichtung

Aus Sicherheitsgründen habe man sich gegen 17 Uhr entschlossen, die Hauptversorgungsleitung abzudrehen. "Das Risiko weiterer Verpuffungen war zu groß", sagte Wilde. Die Gasversorgung wurde über "Notleitungen" geregelt. "Hierfür werden andere Versorgungsgwege genutzt", ergänzte Wilde.

Rund 20 Anwohner wurden für die Dauer der Reparaturarbeiten in Bussen der NEW oder bei Freunden und Bekannten untergebracht. Sie nehmen die Situation den Umständen entsprechend gelassen und kommentierten die Lage mit den Worten: "Wir können ja doch nichts daran ändern." Holger Eckert wohnt an der Heydener Gasse. Wegen der unmittelbaren Nähe zu dem brennenden Haus wurde auch er in Sicherheit gebracht. "Ich saß am Computer und bin fast vom Stuhl gefallen, wegen des lauten Knalls", erzählte er, während er in einem Bus der NEW auf Informationen wartete. Weitere Anwohner-Stimmen finden Sie hier.

Feuerwehr-Sprecher Wilde ist auch aufgrund der Explosion - zu der es erst nach Bekanntwerden des Gas-Lecks kam - froh, die Häuser frühzeitig evakuiert zu haben. "Das Gefahrenpotenzial war sehr hoch, daher haben wir uns schnell entschlossen, Häuser in einem Umkreis von 50 Metern zu evakuieren", sagte Wilde gegenüber RP Online. Die Evakuierung der Straße startete gegen 14 Uhr. Viele der betroffenen Anwohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause und erfuhren erst nach der Heimkehr von dem Gasunfall nahe ihres Wohnortes.

40 Feuerwehrleute und 36 Polizisten waren vor Ort im Einsatz und sperrten die Straße großräumig ab. Es kam an dieser Stelle zu Verkehrsbehinderungen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Gasunfall in Mönchengladbach: Explosion im Fachwerkhaus

(ape/sap/top)