Bundesliga in Mönchengaldbach Polizei rüstet sich für das „zweitbrisanteste Fußballspiel“

Mönchengladbach · Wenn am Samstag die Partie Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund ansteht, werden mehrere Hundertschaften der Polizei im Einsatz sein. Was die Begegnung so heikel macht.

Die Polizei Mönchengladbach bereitet sich auf die Bundesliga-Begegnung am Samstag, 13. April, vor.

Die Polizei Mönchengladbach bereitet sich auf die Bundesliga-Begegnung am Samstag, 13. April, vor.

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Wenn am Samstag, 13. April, in Mönchengladbach das Heimspiel gegen Borussia Dortmund angepfiffen wird, hoffen Zuschauer auf ein spannendes Fußballspiel. Für die Polizei bedeutet die Bundesliga-Begegnung dagegen in erster Linie viel Arbeit. Denn in Bezug auf Sicherheitsaspekte ist die Partie zwischen den beiden Borussias nach den DFB-Richtlinien als „Spiel unter Beobachtung“ klassifiziert. Sprich: Auseinandersetzungen neben dem Fußballfeld und außerhalb des Stadions sind möglich. Denn das Verhältnis der Problemfans beider Vereine untereinander wird als feindschaftlich eingestuft. Und weil darüber hinaus Dortmunder und Kölner Problemfans kooperieren und sich auch schon mal gegenseitig bei Auseinandersetzungen mit verfeindeten Fans anderer Vereine unterstützen, rangiert dieses Fußballspiel für die Polizei Mönchengladbach unter der Rubrik „zweitbrisantestes Fußballspiel der Saison“. Das heikelste ist – wie alle wissen – Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln.

„Die Gewährleistung der Sicherheit der Besucherinnen und Besucher hat für uns die höchste Priorität“, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Einsatz werde daher mit einem erhöhten Kräfteansatz gefahren. Dafür werden auch Einsatzhundertschaften aus verschiedenen Städten in NRW anreisen.

Wegen der gewalttätigen Auseinandersetzungen am Freitag, 8. März, zwischen Problemfans von Borussia Mönchengladbach und vom 1. FC Köln, bei denen auch zwei Polizeibeamte und eine -beamtin verletzt wurden, wurden im Vorgriff auf die anstehende Begegnung gegen seinerzeit beteiligte Personen Bereichsbetretungsverbote erlassen und zugestellt. „Dies betrifft aktuell 116 Personen der Köln zugerechneten Problemfans und 68 Mönchengladbacher Problemfans“, so der Polizeisprecher. Die präventive Maßnahme der Anordnung von Bereichsbetretungsverboten stehe im Zusammenhang mit der Vorgeschichte, erklärte der Sprecher. Am Vorabend des Derbys Gladbach gegen Köln hatte es Verletzte und viele Festnahmen beim Aufeinandertreffen von Fans gegeben. Kölner Ultras hatten am Freitag, 8. März, versucht, eine vorbereitete Choreografie der Gladbacher zu zerstören.

„Die nun ausgesprochenen Bereichsbetretungsverbote für das Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund sollen dazu dienen, erwartbare, erneute Ausschreitungen zu verhindern und die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten“, sagte der Polizeisprecher.

Auseinandersetzungen hatte es auch bei der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach am Samstag, 25. November 2023, gegeben. In Stadion-Nähe war es zu einem versuchten Angriff von rund 100 bis 200 vermummten Personen, die teils mit Mundschutz sowie Quarzsandhandschuhen ausgestattet waren, auf abreisende Gästefans gekommen. Außerdem war ein Gladbach-Fan bei einem Raub so schwer verletzt worden, dass er zunächst in Lebensgefahr schwebte.

Am Samstag, 13. April, wird auch die Bundespolizei im Einsatz sein. Weil mit einem großen Reiseaufkommen gerechnet wird, werden Bahnhöfe, Haltepunkte sowie Züge, durch die Bundespolizei „gefahrenabwehrend überwacht“.

Von der Deutschen Bahn AG wird ein Entlastungszug vom Dortmunder Hauptbahnhof zum Hauptbahnhof Mönchengladbach-Rheydt eingesetzt. Der Zug fährt um 11.22 Uhr ab Dortmund und wird um 12.47 Uhr in Rheydt erwartet (Rückfahrt um 18.42 Uhr).

Die Polizei kündigte an, konsequent gegen Personen vorzugehen, „die das Fußballspiel als Anlass für Gewalt und Auseinandersetzungen missbrauchen“.

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