Borussia Mönchengladbach: Übernachten mit der Raute und ihren Stars im H4 Hotel

Bessere Infrastruktur für Veranstaltungen : Neues Hotel soll Gäste im Borussia-Park halten

Mit dem gehobenen H4-Hotel hat der Neubau der Borussia einen besonderen Ankermieter. Es ist die Premiere der H-Hotels-Gruppe in Mönchengladbach und ihr erstes Themen-Hotel, von dem Borussia auch abseits der Spiele profitieren will.

Wer oft in Hotels übernachtet, weiß, was die meisten vom eigenen Zuhause unterscheidet: Es gibt keinen Platz, auf dem man es sich außerhalb des Betts mal gemütlich machen kann, mit einem Buch, dem Laptop, geschäftlichen Unterlagen oder einfach nur zum Fernsehen. Im neuen Hotel am Borussia-Park hat jedes der insgesamt 131 Zimmer und Suiten ein großes, extrem gemütliches Sofa, sogar mit Ausblick – und das nicht nur in den gehobenen Kategorien.

Eine weitere Besonderheit liegt tatsächlich nahe: Das Design jedes Zimmers hat mit Borussia Mönchengladbach zu tun. Schließlich hat der Hotelgast, egal, in welcher Etage er bucht, immer Borussia im Blick: Auf der einen Seite das Stadion, auf der anderen schaut man auf den Fohlen-Platz, auf dem Borussia zuweilen Testspiele austrägt und ansonsten die Nachwuchsteams spielen.

Andernfalls lässt man vom Sofa aus einfach den Blick durchs Zimmer schweifen und träumt sich – je nach Stockwerk – durch die fernere oder die nähere Borussia-Historie. Jede Etage steht unter einem anderen Thema: Champions League, Europapokal, DFB-Pokal und Deutsche Meisterschaft. Auf jedem Flur gibt es zudem vier verschiedene Typen von Motivzimmern. Auch für Stammgäste ist dadurch die Wiederholungsrate des Borussia-Erlebnisses sehr gering.

Da ist das Zimmer mit Lars Stindl, dem aktuellen Kapitän, in Großformat an der Wand. Es erinnert an die Europa-League-Zwischenrunde beim AC Florenz Anfang 2017, in der Stindl drei Tore innerhalb von elf Minuten schoss und Borussia 4:2 siegte. Ein anderes hat als Thema das Uefa-Cup-Finale am 23. Mai 1979, das Borussia gewann. Die Helden der legendären Fohlenelf dürfen auch nicht fehlen.

Dazu kommen Details, die Fan-Herzen höher schlagen lassen: Die Raute auf dem Kopfkissen ist Standard, das Design der Garderobe im Stil der Spieler-Umkleide gehalten. Der Teppich erinnert an Rasen. Auch die Glaswand, die Raum und Badezimmerbereich trennt, widmet sich dem Fußball: Je nach Etage ist da eine Meisterschale, der DFB-Pokal oder der Uefa-Cup zu sehen. Die Sofa-Lampe ist den Flutlichtstrahlern im Stadion nachempfunden, über den Flachbildschirm des Fernsehers flimmert auf Wunsch Fohlen-TV. Den Spielplan gibt es selbstverständlich beim Check-in.

„Das ist bisher das einzige Themenhotel in unserer Kette“, sagt Thomas Querl, bei H-Hotels als Vorstand zuständig für die Finanzen. Der Kontakt kam über die Begeisterung für diesen Fußball-Klub zustande. „Ohne Borussia hätten wir in Mönchengladbach nichts gemacht“, betont Querl.

„Wir haben mit zehn Hotelketten gesprochen“, sagt Guido Uhle, Prokurist bei Borussia. Mit der Lindner-Gruppe war man schon sehr weit, bis H-Hotels ins Spiel kam und der Verein sich schließlich dafür entschied. Der Vorteil: Der jetzige Partner betreibt das Hotel zu 100 Prozent, das Lindner-Konzept hatte eine 40-prozetige Beteiligung Borussias vorgesehen.

„Wir sind ein Fußballverein, kein Hotelbetreiber“, sagt Geschäftsführer Stephan Schippers. „Aber wenn H-Hotels Spaß hat, haben natürlich auch wir Spaß.“ Die Kette, die 62 Hotels in unterschiedlichen Kategorien (von Hostel bis fünf Sterne) überwiegend im deutschsprachigen Raum betreibt, ist für Borussia ein wichtiger Partner: Der Pachtvertrag ist auf 20 Jahre angelegt, H-Hotels ist außerdem Ärmelsponsor.

Schippers ist sicher, dass beide Seiten voneinander profitieren – und das nicht nur rund um die Heimspieltage. Er verweist auf Firmen, die Teile des Stadions für Events oder Kongresse buchen. 450 solcher Veranstaltungen sind es bisher im Jahr, die Zahl soll sich verdoppeln. „Bisher verließen die Teilnehmer danach den Nordpark, weil es nicht ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten gab“, so Schippers. Die bauliche und inhaltliche Symbiose sei deshalb nur konsequent.

Weitere Synergien ergeben sich durch den Fitness-Bereich im Haus, der von Medical Park betrieben wird und von den Hotel-Gästen genutzt werden kann. Das Frühstück wird im gastronomischen Bereich serviert, den Borussia bewirtschaftet. Von dort aus erfolgt auch die restliche Bewirtung der Gäste. Auch spezielle Packages sind angedacht: Kombinationen aus Übernachtung und Gesundheitscheck im Medical Park zum Beispiel. Oder Ausflüge zur Bolten-Brauerei, zur Ski-Halle in Neuss oder ins Textiltechnikum, so Uhle.

Auch die Nähe zur Autobahn ist offenbar ein Vorteil für das Hotel: „Wir haben im Vergleich zu anderen Hotels eine außergewöhnliche Zahl an Walk-Ins spätabends, also Spontanbuchungen“, kann Querl nach den ersten Wochen des Hotelbetriebs schon berichten.

Und welche Rolle spielt der Erfolg der Mannschaft? „Es ist sicherlich förderlich für das Hotel, wenn wir oben stehen“, sagt Borussia-Fan Querl. „Aber auch wenn Borussia im unteren Drittel stehen sollte, sehe ich kein Problem.“

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