Borussia Mönchengladbach gegen BVB: Polizei rüstet sich für Risiko-Spiel

Glasverbot und Kontrollen : Was Fans zum Spiel Mönchengladbach gegen Dortmund wissen müssen

Wasserwerfer, Hubschrauber, mehrere Einsatzhundertschaften, Glasverbot – Stadt und Polizei bereiten sich auf das Fußball-Heimspiel am Samstag vor. Das wird als „sehr brisant“ eingestuft, nicht nur in sportlicher Hinsicht.

Borussia Dortmund könnte Meister werden, Borussia Mönchengladbach sich einen Champions-League-Platz sichern: Die Bundesliga-Begegnung am Samstag ist nicht nur in sportlicher Hinsicht ziemlich brisant. Überbordende Emotionen und stark verfeindete Fan-Gruppierungen könnten zu einem explosivem Mix führen. Deshalb wird die Polizei in Mönchengladbach an diesem Tag mit einem Großaufgebot vertreten sein.

Auch wer kein Fußball-Fan ist und am letzten Spieltag der Saison in der Stadt unterwegs ist, wird merken, dass etwas anders ist: Am Himmel werden Hubschrauber kreisen, Wasserwerfer werden positioniert sein, und Reiterstaffeln sind im Einsatz. „Die besondere Lage erfordert ein besonderes polizeiliches Vorgehen“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Röthgens. Und: „Wir werden alles tun, um die Sicherheit rund um das Stadion zu gewährleisten.“

Es gelten besondere Sicherheitsmaßnahmen. Im und am Stadion wird bis nach dem Spiel kein Alkohol verkauft und ausgeschenkt. „An den Kiosken und auch im Bitburger-Biergarten wird es deshalb zunächst nur alkoholfreies Bier geben“, teilte der VfL am Freitag mit. Fans der Gästemannschaft dürfen zwar Fahnen in den Farben ihres Vereins schwenken. Fahnen vom 1. FC Köln sind allerdings verboten, wie die Fanbeauftragten vom BVB auf ihrer Internetseite mitteilen: „Denjenigen Personen, die Fanutensilien anderer Vereine tragen oder mit sich führen, kann der Zutritt zum Stadion verwehrt werden.“ Wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen mit zum Teil veränderter Verkehrsführung bittet Borussia Mönchengladbach die Zuschauer um eine rechtzeitige Anreise. Der VfL empfiehlt, sich 30 Minuten früher als üblich auf den Weg zu machen. Das Stadion öffnet  pünktlich um 13.30 Uhr.

Wie viele Polizeikräfte am Samstag in Mönchengladbach im Einsatz sein werden, wird aus taktischen Gründen nicht verraten. Nur so viel: „Es werden mehrere Hundertschaften sein“, sagt Röthgens. In Polizeikreisen wird aber davon gesprochen, dass die Begegnung „Borussia gegen Borussia“ ähnlich eingestuft wird wie das berühmt-berüchtigte rheinische Derby der Erzrivalen, Gladbach und Köln. Da rücken auch schon mal über 1000 Polizeikräfte aus. Nicht zuletzt der Angriff am vergangenen Donnerstag von zehn bis 15 Vermummten am Borussia-Park, die der Kölner Ultra-Szene zugeordnet werden, hat für ein erhöhtes Sicherheits-Risiko beim Heimspiel am Samstag gesorgt. Zwischen Dortmunder und Kölner Anhängern gibt es bekanntermaßen Freundschaftsverbindungen. Sogenannte Problem-Fans müssen allerdings am Samstag „draußen“ bleiben. Es gibt Bereichsbetretungsverbote für Heim- und Gastfans. Auch hier will die Polizei keine konkreten Zahlen nennen.

Zur Sicherheit am Samstag soll auch ein räumlich und zeitlich befristetes Glas-, Flaschen- und Getränkedosenverbot beitragen. Es gilt von 10 bis 20 Uhr im Umfeld des Stadions. Dort sind das Mitführen, die Abgabe und der Verkauf von Gläsern, Glasflaschen und Getränkedosen verboten. Davon ausgenommen sind Anlieger, die sich als solche ausweisen können und die sich auf dem Weg zu ihrer Wohnung oder ihrem Grundstück befinden. Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden das Verbot – wie in den vergangenen Jahren – kontrollieren.

Das Glasverbot gilt auf folgenden Straßen: Aachener Straße (von Autobahn bis Pfingsgraben), Albert-Brülls-Straße, Hehn (von Überquerung der Autobahn bis Parkplatz), Am Borussiapark, Heinz-Nixdorf-Straße, Am Hockeypark, Helmut-Grashoff-Str., Am Nordpark, Hennes-Weisweiler-Allee, Am Sitterhof, Konrad-Zuse-Ring, Belgrader Str., Lilienthalstraße, Dr.-Alfred-Gerhards-Str., Liverpooler Allee, Dr.-Albert-Jordan-Str., Madrider Str., Enscheder Str., St.-Christophorus-Str. 1-60, Gladbacher Str. (von Pfingsgraben bis Haus-Nr. 299).

Borussia Mönchengladbach warnt vor Schwarzmarkt-Tickets. Das letzte Heimspiel der Saison ist eigentlich schon lange ausverkauft, auf Online-Plattformen werden die Karten aber noch angeboten – und das zu Wahnsinnspreisen. Doch der VfL mahnt: Alle Vereinsmitglieder, die Tickets mit dem Ziel erwerben, diese gewinnbringend zu veräußern, werden ausgeschlossen. Dauerkartenbesitzer, die ihr Ticket für das letzte Heimspiel auf dem Schwarzmarkt anbieten, verlieren nächstes Jahr ihr Vorkaufsrecht.

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