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Blutspenden im Möbelhaus Schaffrath

Ungewöhnlicher Ort : Viele Erstblutspender im Möbelhaus Schaffrath

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) startet mit der ersten Blutspende-Aktion des Jahres an einem außergewöhnlichen Ort: dem Möbelhaus Schaffrath. Bei der Aktion konnten 16 neue Blutspender gewonnen werden – für das DRK ein besonderer Erfolg: „In den meisten Fällen haben wir lediglich zwei bis vier Neuzugänge bei den Erstblutspendern“, sagt Gabriele Hoch, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des DRK-Blutspendedienstes West.

Sie hat die Spendenaktion im Möbelhaus organisiert.

Dort, in der dritten Etage direkt bei der Kantine hinter der Küchentisch- und Stuhl-Fachabteilung hat sich ein Team aus zehn DRK-Mitgliedern auf den Einsatz vorbereitet. Arzthelferin Susanne Schmidt hat Blutbeutelsets vorbereitet, die im Team nur liebevoll „Schäppchen“ genannt werden. Auf einem Tisch stehen Röhrchen für das Labor, wärmeisolierte Pakete – die wie kleine Pizza-Auslieferungkartons aussehen – und allerlei Zubehör.

„Wir sind heute mit einem Laster mit einer Tonne Material angerückt“, sagt Hoch. Und das ist bei jedem der bis zu 96 jährlichen, mobilen Einsätze des DRK in Mönchengladbach so. „Wir versuchen in regelmäßigen Abständen, meistens vier Mal im Jahr, an einen Ort zu kommen“, erzählt sie. Doch diese Orte müssen mit Bedacht gewählt sein, da sie bestimmte Bedingungen erfüllen müssen: Zwei getrennte Räume, einer für die Blutspende und ein abgetrennter Raum, in dem Ärzte ein vertrauliches Vorabgespräch mit den Spendern führen können, zählen zu den wichtigsten Bedingungen. Im Möbelhaus Schaffrath ist das DRK-Team heute zum ersten Mal. Die Arztgespräche finden in der Kinderkochschule des Möbelhauses statt. „Dass sich Schaffrath als Spendenort angeboten hat, war für uns eine wirklich gute Nachricht“, sagt Hoch. Anfang des Jahres ist es für die Koordinatorin der Spendenaktion oft schwierig, geeignete Spendenorte zu finden. Denn neben den separaten Räumen muss es auch eine Raumtemperatur von mindestens 18 Grad geben: „Nur so können wir die Blutspende in allen ihren Bestandteilen – von Plasma, Blutplättchen bis zu roten Blutkörperchen – nutzen.“ Schulen, die auch zu beliebten Blutspendenorten zählen, hätten zu diesem Zeitpunkt meist noch geschlossen.

Im Möbelhaus Schaffrath ist es hingegen muckelig warm. Manche der Spender sitzen sogar im T-Shirt auf den Bahren, lesen Bücher oder unterhalten sich. Die meisten, der 68 Spender, sind regelmäßige Blutspender. Beispielsweise Georg Bäumer. Der 72- Jährige ist heute zum 21. Mal vor Ort: „Früher hat man regelmäßig geschröpft – also Ader gelassen. Jetzt nach den ganzen Festtagen ist das doch eine gute Gelegenheit.“