SEK stürmt zwei Wohnungen in Mönchengladbach wegen Ermittlungen in Hamburg

SEK-Einsatz : Mönchengladbacher sollen in Hamburg Schmuck und Waffen gestohlen haben

Spezialeinsatzkommando stürmt Mönchengladbacher Gebäude

Am Mittwochmorgen durchsuchte ein SEK zwei Häuser in Mönchengladbach. Die Bewohner sollen in Hamburg unter anderem Schmuck im Wert von 100.000 Euro gestohlen haben. Bereits 2015 wurde eines der Häuser in Mönchengladbach beschossen.

Durch Lautsprecher-Durchsagen und Lärm sind am Mittwoch gegen 6 Uhr Anwohner der Breite Straße und der Straße Reststrauch aufgeschreckt worden. SEK-Teams stürmten dort zwei Häuser und durchsuchten sie. Einige Bewohner der Gebäude werden verdächtigt, hochwertigen Schmuck und Waffen gestohlen zu haben. Weil die Polizei davon ausgehen musste, dass sich die entwendeten Waffen in den Häusern befinden, war das Spezialeinsatzkommando angefordert worden.

Festnahmen gab es am Mittwoch keine. Laut eines Augenzeugen musste das SEK bei einem Wohnhaus die Eingangstür aus den Angeln sprengen. Bei dem anderen Haus musste ein Metalltor entfernt werden. Die Einsatzkräfte suchten nach Beweismitteln und Beutestücken. Die Ergebnisse der Mönchengladbacher Polizei werden nun zum LKA Hamburg gesendet, das in dem Fall federführend ermittelt.

In Hamburg-Heimfeld hatte es am 20. Januar einen besonders schweren Diebstahl aus einem Wohnhaus eines älteren Ehepaares (73 und 84 Jahre alt) gegeben. Eine Frau und mehrere Männer hatten sich das Vertrauen des Ehepaares erschlichen, um Zugang zu ihrem Haus zu bekommen. Wie die Polizei in Hamburg mitteilte, hatten sie zuvor einen Notfall vorgetäuscht und waren kurz darauf geflüchtet. Dabei entwendeten sie unter anderem Schmuck im Wert von rund 100.000 Euro sowie vier Schusswaffen ohne Munition, die sich im legalen Besitz des 84-Jährigen befanden.

 Aufgrund umfangreicher Ermittlungen der Polizei Hamburg konnten eine Frau und fünf Männer deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 22 bis 50 Jahren als Tatverdächtige identifiziert werden. Im weiteren Verlauf wurden über die Staatsanwaltschaft Hamburg die Durchsuchungsbeschlüsse für die zwei Anschriften in Mönchengladbach erwirkt. Die am Mittwoch in Mönchengladbach festgenommenen Tatverdächtigen wurden mangels Haftgründen wieder entlassen. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Wie die Hamburger Polizei mitteilte, werden die sichergestellten Beweismittel jetzt ausgewertet.

In den durchsuchten Häusern wohnen Mitglieder einer Großfamilie. Im Oktober 2015 war sie schon einmal in den Fokus der Polizei gerückt, weil das Gebäude am Reststrauch nachts beschossen worden war. Ein bis dahin unbekannter Täter hatte mindestens fünfmal auf das Haus gezielt, zwei Schüsse trafen ein Schlafzimmerfenster. Zu der Tatzeit hielten sich sieben Menschen in dem Gebäude auf, darunter zwei Kinder im Alter von drei und zwölf Jahren. Verletzt wurde niemand.

Die Polizei konnte den Schützen ermitteln. Er wurde im Juni 2016 wegen versuchten Mordes, Verstoßes gegen das Waffengesetz und wegen Sachbeschädigung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Als Motiv für die Tat hatte der 29-Jährige eine langjährige Familienfehde angegeben. Mit der anderen Familie habe es ständig Streit um Geld gegeben.

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