Großeinsatz in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis-Neuss Zahlreiche Strafverfahren nach Zoll-Razzia eingeleitet

Mönchengladbach · Vergangenen Dienstag hat der Zoll 16 Objekte in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis-Neuss durchsucht. Die Tatverdächtigen sollen im großen Umfang mit Schwarzarbeit Steuern und Sozialabgaben hinterzogen haben. Nun wurden neue Details zum Einsatz bekannt.

 Der Zoll war bei der Razzia unter anderem in Odenkirchen in der Wohnanlage an der Burgmühle im Einsatz.

Der Zoll war bei der Razzia unter anderem in Odenkirchen in der Wohnanlage an der Burgmühle im Einsatz.

Foto: HZA Krefeld

Nach einer Großrazzia am Dienstag, 28. November, in Mönchengladbach und dem Rhein-Kreis-Neuss hat das Hauptzollamt Krefeld eine erste Bilanz gezogen. Insgesamt 210 Einsatzkräfte des Zolls, der Steuerfahndung, der Mönchengladbacher Ausländerbehörde sowie der Polizei waren im Einsatz. Beamte durchsuchten mehr als ein Dutzend Objekte, Schwerpunkt waren Wohnanlagen in Odenkirchen und Rheydt, wie der Zoll mitteilte. Aber auch Wohnungen und Geschäftsräume in Korschenbroich, Jüchen, Grevenbroich, Meerbusch und Bergheim wurden durchsucht.

Die Ermittlungen richten sich gegen drei Tatverdächtige – zwei 48- und 47-jährige Männer und eine 49-jährige Frau. Sie sollen nach derzeitigen Erkenntnissen in einer Firma für Industriedienstleistungen seit mindestens dreieinhalb Jahren Sozialversicherungsbeiträge veruntreut und Steuern hinterzogen haben. Die mutmaßlichen Beschuldigten stehen laut Zoll in Verdacht, Arbeitnehmer zu beschäftigen, deren Aufenthalt und die Erwerbstätigkeit in Deutschland nicht erlaubt waren und sie durch „widrige Arbeitsbedingungen“ für ihre Gewinne auszunutzen. Über fingierte Scheinrechnungen, sogenannte Abdeckrechnungen, soll die Beschäftigung und die Bezahlung der Schwarzlöhne verschleiert worden sein.

Die Verdächtigen hätten den Beschäftigten zudem weder den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn gezahlt noch einen Anspruch auf bezahlten Urlaub oder die Absicherung im Krankheitsfall gewährt. Sie seien zu überteuerten Mieten in von einem der Tatverdächtigen angemieteten Wohnungen untergebracht worden, wo teils bis zu zehn Personen in einer Wohnung leben mussten.

Insgesamt 74 Beschäftigte wurden überprüft und gegen 59 von ihnen Strafverfahren aufgrund von Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht eingeleitet. Dabei handelte es sich um 36 Frauen und 23 Männer. 51 von ihnen kommen aus der Ukraine, fünf aus Weißrussland und drei aus der Republik Moldau, die nicht im Besitz eines gültigen Aufenthaltstitels waren. Ein 17-Jähriger wurde in die Obhut des Jugendamtes übergeben.

(RP)
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