Mönchengladbach: Tatverdächtiger stellt sich nach Tötungsdelikt

Festnahme in Mönchengladbach : 17-Jähriger stellt sich nach Tötungsdelikt

Am 26. Februar war in einem Mehrfamilienhaus an der Giesenkirchener Straße die Leiche von Steffen H. gefunden worden. Am Montagnachmittag stellte sich ein junger Mann bei der Polizei – er fiel bereits mit Gewaltdelikten auf.

Einen Monat lang suchte die Polizei den Täter, der am 26. Februar Steffen H. in dessen Wohnung an der Giesenkirchener Straße tötete. Spuren wurden gesichert, das Umfeld des 42-Jährigen wurde durchleuchtet und die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten. Am Montagnachmittag stellte sich ein junger Mann bei der Polizei: Ein 17-Jähriger, der sich seit der Tat verborgen gehalten hatte. Am Montag erschien er mit einem Anwalt bei der Polizei in Mönchengladbach. Der Deutsch-Marokkaner steht im dringenden Verdacht, den 42-jährigen Steffen H. getötet zu haben. Die Hintergründe der Tat liegen noch im Dunklen. Der Festgenommene hat dazu noch keine Angaben gemacht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten. „Er sagte nur: ,Ich stelle mich’ und machte Angaben zu seiner Person“, sagte eine Polizeisprecherin.

Wie bereits berichtet, wurde der 42-jährige Steffen H. am 26. Februar 2019 tot in seiner Wohnung gefunden. Sein Körper wies mehrere Stichverletzungen auf. Die ersten Ermittlungen und die gerichtsmedizinische Obduktion erhärteten den Verdacht, dass Steffen H. getötet worden war.

Die Polizei Mönchengladbach richtete eine Mordkommission ein, die unverzüglich ihre Arbeit aufnahm. Die Tatortaufnahme stellte sich aufgrund des Gesamtzustandes der Wohnung langwierig und aufwändig dar. „Die Räume waren zugestellt und nicht aufgeräumt“, sagte Polizeisprecherin Cornelia Weber. Viele Sachen hätten auf dem Boden gelegen, ob umgeworfen oder dorthin abgelegt, sei schwierig zu erkennen gewesen.

Schließlich führten die Ermittlungen auf die Spur des zur Tatzeit 16-jährigen Mönchengladbachers. Die Ermittler folgten dieser Spur und erhöhten den Fahndungsdruck durch Ermittlungen im Umfeld des Tatortes sowie mit der Unterstützung der Medien.

Letztlich erhärtete sich der dringende Tatverdacht so weit, dass ein Richter am vergangenen Wochenende antragsgemäß einen Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags gegen den mittlerweile 17 Jahre alten Tatverdächtigen erließ.

Die Mordkommission nahm ihn Montagnachmittag. Er wurde am Dienstagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Fest steht bisher, dass der 17-Jährige und Steffen H. sich schon länger persönlich kannten. Ob der der Festgenommene wie Steffen H. homosexuell ist, konnte die Polizei am Dienstag noch nicht sagen. Während der Getötete noch nie polizeilich in Erscheinung getreten war, ist der 17-Jährige bekannt wegen Eigentums- und Gewaltdelikten.

(gap)
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