Wurde hier eine Plantage entsorgt? Mülldetektive finden Säcke voller Cannabis-Pflanzen

Mönchengladbach · Die blauen Abfallbehältnisse sind in und an einem Gewässer in Mönchengladbach entsorgt worden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

 Der Inhalt der Säcke überraschte die Mülldetektive – und er stellt einen Straftatbestand dar.

Der Inhalt der Säcke überraschte die Mülldetektive – und er stellt einen Straftatbestand dar.

Foto: Mags

Elf blaue Säcke haben die Mülldetektive der Mönchengladbacher Abfallbetriebe Mags im Volksgarten gefunden. Nach der Bergung stellte sich heraus, dass in den Säcken wohl die Pflanzen einer Cannabis-Plantage entsorgt werden sollten. Das teilte die Mags mit.

Die Meldung über den Fund im Eiskeller – einem Gewässer im Volksgarten – erreichte die Abfallbetriebe über eine App, mit der unter anderem wilder Müll gemeldet werden kann. Wie eine Sprecherin auf Nachfrage mitteilt, lagen einige der Säcke am Ufer, andere trieben auf dem Wasser. Weil letztere so schwer zu erreichen waren, unterstützten die Grünbetriebe die Mülldetektive bei der Bergung. Diese sei „aufwendig“ gewesen, heißt es von der Mags.

Der Inhalt der Säcke: Überreste von Pflanzen, die laut Mags vermutlich aus einer illegalen Cannabis-Plantage stammen und dort ausrangiert wurden. Vor diesem Hintergrund wurde die Polizei hinzugezogen.

Einige Säcke lagen am Ufer.

Einige Säcke lagen am Ufer.

Foto: Mags

Wie ein Polizeisprecher mitteilt, laufen nun die Ermittlungen. Bisher konnte aber keine Person identifiziert werden, die die Pflanzen entsorgt habe. Weiter erklärt der Sprecher, dass in Fällen dieser Art auch Proben der Pflanzen genommen werden können. Diese dienen dann dazu, den Wirkstoffgehalt (hier Tetrahydrocannabinol, kurz THC) herauszufinden.

Laut Mags ist es nicht der erste Fund dieser Art: „Regelmäßig kommt es bei solchen Fällen zu einer Zusammenarbeit mit der Mönchengladbacher Polizei“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Sprecherin führt aus, dass es in der Vergangenheit schon mehrfach Funde von wild entsorgtem Cannabis gab. Auch in diesen Fällen wurde die Polizei alarmiert, weil es sich um einen Straftatbestand handelt.

Anders ist das bei anderer illegaler Müllentsorgung, für die die Mags seit Juli 2016 auf die eigenen Mülldetektive setzt. Diese können Ordnungswidrigkeiten sofort ahnden, ohne dabei vom Ordnungsamt abhängig zu sein.

Kostenpflichtiger Inhalt 2022 hatten die Mags-Mülldetektive etwa 2700 Einsätze. Kostenpflichtiger Inhalt 2021 lag die Zahl mit 3200 Einsätzen sogar noch höher. Heißt: Tendenziell sinken in Mönchengladbach die Fallzahlen beim Wildmüll. Die Mülldetektive sind regelmäßig im Stadtgebiet auf Streife. Hilfreich sind aber auch Hinweise von Bürgern – wie jetzt im Fall der entsorgten Cannabis-Pflanzen.

(capf)
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