Mönchengladbach: Razzia von Polizei - Drei Shisha-Bars geschlossen

Einsatz in Mönchengladbach: Ermittler schließen drei Shisha-Bars nach Razzia in Gladbach und Rheydt

In Mönchengladbach, Rheydt und Giesenkirchen hat es in der Nacht zu Samstag einen Großeinsatz von Polizei, Zoll und Ordnungsamt in Shisha-Bars gegeben. Es ging um Schwarzarbeit, Verstößen gegen illegalen Tabak und andere Delikte. Noch in der Nacht wurden drei Bars geschlossen.

In Mönchengladbach hat es in der Nacht zu Samstag eine groß angelegte Razzia von Polizei, Zoll und Ordnungsamt in zwölf Shisha-Bars gegeben. Dabei wurden drei Bars vom Ordnungsamt geschlossen. Ein Betrieb wurde nach Angaben der Stadt wegen erheblicher Mängel beim Brandschutz, zwei Betriebe wegen wiederholter Verstöße gegen gewerberechtliche Vorschriften geschlossen. Der Zoll beschlagnahmte bei der nächtlichen Aktion insgesamt 96,2 Kilogramm unversteuerten Tabak. 15 Strafverfahren, unter anderem wegen Steuerhinterziehung und illegaler Beschäftigungsverhältnisse, wurden eingeleitet. 167 Ordnungswidrigkeiten wurden festgestellt, davon 139 Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz.

An dem Großeinsatz waren mehr als 250 Beamte und Mitarbeiter der Polizei, des Zoll und der Ordnungsbehörden der Stadt beteiligt. Ziel waren insgesamt zwölf Shisha-Bars in der Mönchengladbacher Altstadt, in Rheydt und in Giesenkirchen. Der Zoll fahndete nach Schwarzarbeit und illegal eingeführtem Shisha-Tabak, das Ordnungsamt ging gegen Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz und den Jugendschutz vor, die Polizei sicherte die lange vorbereiteten Maßnahmen ab.

Gegen 22 Uhr begann der Einsatz in der Gladbacher Altstadt. Zeitgleich riegelten die Beamten sechs Shisha-Bars am Alten Markt, an der Waldhausener Straße, an der Viersener Straße und an der Aachener Straße ab und begannen mit den Maßnahmen. Die Situation wurde jeweils „eingefroren“, wie der Mönchengladbacher Ordnungsdezernent Matthias Engel erklärte: „Keiner kann mehr heraus oder herein.“ Von allen Gästen und Bediensteten wurden die Personalien festgetellt. Einige Gäste, die sich nicht ausweisen konnten, wurden zur Feststellung der Personalien mit zur nächsten Polizeiwache genommen. In einigen der Shisha-Bars beschlagnahmte der Zoll säckeweise unversteuerten Shisha-Tabak.

  • Fotos : Razzia in Shisha-Bars in Gladbach und Rheydt

Die Razzia in der Gladbacher Altstadt dauerte bis nach Mitternacht. Ab 1.20 Uhr nahmen sich die Ermittler in einer zweiten Welle fünf Shisha-Bars in Rheydt und eine in Giesenkirchen vor. Die waren zuvor schon den ganzen Abend observiert worden. In einer Bar hatte es während des Zugriffs in der Gladbacher Altstadt verdächtige Bewegungen gegeben. Gäste waren zum Hinterausgang geführt worden und ein Karton wurde versucht beiseite zu schaffen. Um welchen Inhalt es sich handelte war zunächst noch unklar. Die Ermittler „froren“ auch in dieser Bar die Situation ein. Zwei Shisha-Bars wurden im Laufe der Nacht ein zweites Mal kontrolliert.

In einem Rundgang machten sich Polizeipräsident Mathis Wiesselmann, Ordnungsdezernent Matthias Engel und Ordnungsamtsleiterin Annegret Ketzer ein Bild von der Lage. Für die Polizei ging es dabei nicht nur darum, den Einsatz abzusichern. „Shisha-Bars sind durchaus Objekte, die wir grundsätzlich polizeilich betrachten. Nicht nur in Mönchengladbach, sondern überall in Nordrhein-Westfalen“, sagte Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. Die Ermittler gewannen so einen Blick hinter die Kulissen. „Wir wollen Strukturen erkennen, wenn es sie gibt. Es handelt sich um eine Szene, die im Entstehen ist. Wir sind wachsam und schauen genau hin.“ Ordnungdezernent Matthias Engel betonte, es gehe auch darum zu zeigen, „dass wir da sind“.

Dutzende Einsatzfahrzeuge von Polizei und Zoll parkten am späten Freitagabend in der Gladbacher Altstadt. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Die Zahl der Shisha-Bars in Mönchengladbach ist in den vergangenen Jahren nach Angaben der Stadt deutlich gestiegen. Waren 2015 lediglich neun Betriebe angemeldet, sind es aktuell 25 Bars im Stadtgebiet.

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