Mönchengladbach: Polizei stoppt gewaltbereite Problemfans aus Italien

Vor dem Europa-League-Spiel : Polizei stoppt gewaltbereite Problemfans aus Italien

Zeugen hatten eine große Gruppe schwarz gekleideter und vermummter Männer gemeldet. Bei ihrer Kontrolle wurden Pyrotechnik und Metallstangen gefunden.

59 schwarz gekleidete und vermummte Männer haben Donnerstag vor dem Europa-League-Fußballspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem AS Rom für einen Polizeieinsatz gesorgt. Aufmerksame Zeugen hatten die Gruppe gegen 17.20 Uhr an der Watelerstraße gesehen und den Notruf gewählt. Kräfte der alarmierten Einsatzhundertschaft trafen tatsächlich auf die Personengruppe. Wie die Polizei mitteilte, waren die italienischen Problemfans wahrscheinlich mit dem Flugzeug nach Belgien gereist und hatten sich dort Mietwagen für die Weiterreise nach Mönchengladbach genommen.

Einsatzkräfte der Polizei überprüften die Gruppe und stellten die Identitäten der Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren fest, die mit insgesamt sechs Fahrzeugen angereist war. Bei der Kontrolle wurden pyrotechnisches Material sowie einige Metallstangen gefunden und sichergestellt. Aus „gefahrenabwehrenden Gründen“ wurde den Problemfans der Besuch des Stadions verboten und ein Platzverweis erteilt.

Die Polizei eskortierte die Gruppe bis zur belgischen Grenze, damit sie von dort aus zum Airport fahren und später ihren Rückflug nach Italien antreten konnte. Gegen drei Problemfans laufen zudem jetzt Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und das Versammlungsgesetz. Den anderen Fans konnten keine pyrotechnischen Gegenstände oder Passivwaffen wie etwa Quarzhandschuhe zugeordnet werden. Bei der Feststellung der Identitäten und der Rückführung der Problemfans habe es keinen Widerstand gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Auch während des Spiels im Borussia-Stadion soll es bis auf ein paar gezündete Bengalos im Gästeblock ruhig geblieben sein.

Beim Europa-League-Spiel bei AS Rom hatten die Fans von Borussia Mönchengladbach vor dem Anpfiff dagegen so viel Pyrotechnik gezündet, dass dem Verein nun eine Geldstrafe der Uefa droht. Nach dem Spiel hatte es harsche Kritik an den italienischen Ordnungshütern gegeben.

Die Polizei hatte die Fans nach dem Spiel in Rom stundenlang im Block festgesetzt, angeblich weil die Fans, die Pyrotechnik gezündet hatten, ausfindig gemacht werden sollten. Beim Verlassen des Stadions und den damit verbundenen Kontrollen soll die italienische Polizei Knüppel eingesetzt haben. Die wiederum teilte später mit, zwei deutsche Fans hätten einen Stadion-Offiziellen mit Fahnenstangen, Fußtritten und Fausthieben attackiert. Ein anderer habe Gegenstände auf die Polizei geworfen.

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