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Mönchengladbach: Polizei fasst 17-jährige Geldbotin von Trickbetrügern

Nach Serie in Hessen : Polizei fasst 17-jährige Geldbotin von Trickbetrügern

Die Mönchengladbacherin wurde in Hessen von der Schwiegermutter eines Ex-Polizisten in die Falle gelockt. Die Polizei gibt Tipps, wie Angerufene am besten reagieren.

Die Polizei im Landkreis Marburg-Biedenkopf hat eine 17-Jährige aus Mönchengladbach festgenommen, die im dringenden Verdacht steht, einer Bande von Trickbetrügern anzugehören. Sie soll als Geldbotin fungiert haben.

Die Marburger Polizei hofft, dass mit der Festnahme am Montag eine ganze Serie von versuchten Betrügereien am Telefon beendet ist. In dem hessischen Landkreis hatte es im November zahlreiche Anrufe von Trickbetrügern gegeben. Die Anrufer gaben sich als Polizisten oder auch als Enkel aus. Ziel war es jedes Mal, an das Geld und die Wertgegenstände der vornehmlich älteren Menschen zu kommen. Alleine in Marburg hatte es laut Polizei mindestens 16 Anrufe gegeben. Darunter waren auch sogenannte Schockanrufe, eine Methode, mit der die Opfer in Angst versetzt werden sollen. Beispiel: Ein angeblicher Anwalt teilt am Telefon mit, die Tochter habe mit einem unversicherten Fahrzeug einen Unfall verursacht. Aus diesem Grund müsse man nun eine Zahlung von mehreren Tausend Euro leisten, um einen Gefängnisaufenthalt der Tochter zu verhindern.

In Marburg beschlagnahmte die Polizei zwar bei der Geldbotin aus Mönchengladbach fast 1000 Euro, jedoch stehe nicht fest, ob es sich hier um die Beute eines erfolgreichen Betrugs handelt. In den bekannt gewordenen 16 Fällen sei zumindest kein Schaden entstanden, so die Polizei. Die Angerufenen hatten sich richtig verhalten und die Betrüger erkannt. So zeigte auch die über 80 Jahre alte Schwiegermutter eines ehemaligen Polizeibeamten eine gute und richtige Reaktion. Noch während sie ihn sofort nach dem ersten Anruf informierte, klingelte das Telefon erneut. Der ehemalige Polizist übernahm die Gesprächsführung, die letztendlich zur Festnahme der avisierten angeblichen Gutachterin und Abholerin des zuvor beschriebenen Schmucks führte. Die festgenommene 17-Jährige aus Mönchengladbach machte von ihrem Recht Gebrauch und sagte nicht bei der Polizei aus.

Damit die Betrüger, egal mit welcher Masche, erfolglos bleiben, gibt die Polizei hier nochmals Tipps und Hinweise: Angerufene sollten wachsam und misstrauisch sein und sich mit einer Vertrauensperson besprechen, bevor sie überhaupt an eine Abhebung von Geld oder an eine Überweisung denken oder das daheim gelagerte Geld oder den Schmuck an Fremde aushändigen. Die Polizei ruft dazu auf, niemals vertrauliche Informationen preiszugeben. Angerufene können sich durch einen Rückruf versichern, dass sie tatsächlich mit ihrem Enkel, Bekannten oder der Polizei gesprochen haben. Beim Rückruf sollte man allerdings niemals Rufnummern verwenden, die mitgeteilt wurden oder die auf dem Display zu sehen sind (die könnten gefälscht sein). Lieber sollte man selbst die Telefonnummern heraus suchen. Niemals sollte man in diesem Fall einfach die Rückruftaste benutzen. Die Polizei ruft überdies niemanden an, um persönliche Lebensumstände zu erfragen oder um sich nach Wertgegenständen zu erkundigen.

(RP)