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Mönchengladbach: Kinderbande fiel schon vorher mit Eigentumsdelikten auf

Überfälle im Geropark in Mönchengladbach : Kinderbande fiel schon vorher mit Eigentumsdelikten auf

Die 15-Jährige wurde nach den Überfällen am Sonntag auf der Wache erkennungsdienstlich erfasst. Bei ihrem Bruder (12) und dem andere Jungen geschah dies nicht. Die beiden sind strafunmündig.

Die drei Kinder, die am Sonntag zwei Seniorinnen überfallen und beraubt haben, waren schon vorher polizeibekannt. Wie Polizeisprecher Jürgen Lützen bestätigte, fiel die Gruppe überwiegend wegen Eigentumsdelikten auf. Mehr wolle man dazu nicht sagen. Bei der Stadtverwaltung konnte am Montag noch nicht gesagt werden, ob die Kinder und deren Familien vom Jugendamt betreut werden.

In Mönchengladbach gibt es zwei Programme für junge Straftäter: „JIT“ (Jugendliche Intensiv-Täter) und „Kurve kriegen“. Letzteres richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren, die mit mindestens einer Gewalttat oder drei Eigentumsdelikten polizeilich in Erscheinung getreten sind und deren Lebensumstände derart risikobelastet sind, dass ein dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht. Noch ist keines der Kinder, die am Sonntag nach zwei Überfällen erwischt wurden, in dem Programm. „Wir suchen jetzt erst einmal die Elternhäuser auf und suchen das Gespräch“, teilte der Polizeisprecher mit. In der Regel werde bei solchen Fällen umgehend das Jugendamt informiert.

Die Kinderbande, zu der ein elf- und ein zwölfjähriger Junge sowie ein 15-jähriges Mädchen gehören, hatte am Sonntag bei einem Überfall eine 91-jährige Frau schwer verletzt. Die Seniorin hatte sich gerade über ihre Tasche gebeugt, als die Kinder sich ihr von hinten näherten, ihr einen heftigen Tritt versetzten und die Tasche stahlen. Die Seniorin stürzte und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zuvor hatte die Kinderbande eine 74-Jährige überfallen. Sie blieb zum Glück unverletzt. Nach Aussagen von Zeugen und Opfern waren die Kinder trotz ihres jungen Alters äußerst aggressiv und rücksichtslos. So sollen sie sich auch bei der Polizei verhalten haben. Die 15-Jährige wurde auf der Wache erkennungsdienstlich erfasst. Bei ihrem Bruder (12) und dem anderen Jungen geschah dies nicht. Die beiden sind strafunmündig.

Im Bereich des Geroparks, wo auch die beiden Frauen überfallen wurden, waren in der jüngsten Vergangenheit ähnliche Fälle geschehen. So wurde einer 89-jährigen Frau am 8. August die Handtasche aus ihrem Rollator gezogen. Auch hier steht die Kinderbande im Verdacht. Auch in diesem Fall soll sie mit Fahrrädern unterwegs gewesen sein.

Die Polizei hatte die Kinder am Sonntag schnappen können. Sie waren über die Lürriper Straße geflüchtet. Auf der Straße Rahracker wurden sie gestellt.