Mönchengladbach: Explosionsgefahr durch Kupferdiebe

Fall in Möchengladbach : Kupferdiebe hätten beinahe Hausexplosion herbeigeführt

Ein Bewohner eines Hauses in Mönchengladbach hatte am Wochenende ein Gasleck entdeckt. Nun hat die Polizei herausgefunden: Kupferdiebe hatten sich an der Leitung zu schaffen gemacht. Nur durch Glück kam es nicht zur Explosion.

Die Polizei hat geklärt, wie es am vergangenen Samstag zu dem gefährlichen Gasaustritt an der Aachener Straße kommen konnte: Nachdem ein Sachverständiger den Tatort begutachtet hat, gehen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit von einem versuchten Kupferdiebstahl aus. Bislang unbekannte Täter hatten zwei Kupferrohre im Keller eines Mehrfamilienhauses zertrennt. Laut Polizei ließen die Diebe aber von ihrem Tun ab, als sie merkten, dass Gas aus den Leitungen strömte.

Wie die Feuerwehr später feststellte, hatte das ausströmende Gas bereits eine Gas-Luft-Mischung erzeugt, bei der nur ein Funke genügt hätte, um sie zur Explosion zu bringen. Selbst auf dem Gehweg vor dem Haus sei die Gas-Konzentration so gefährlich gewesen, dass es zu einer Katastrophe hätte kommen können. Die Feuerwehr fühlte sich an den Fall Siepensteg erinnert. Im März 2008 war bei einer Gasexplosion im Stadtteil Hermges ein Mensch gestorben. Eine gewaltige Druckwelle hatte mehrere Häuser beschädigt und Glassplitter wie Geschosse durch die Luft fliegen lassen. Damals hatte ein Hausbewohner die Gastherme manipuliert, weil sich seine Freundin von ihm trennen wollte. Ein Nachbar starb unter den Trümmern des Hauses. Der Täter, der wie seine Freundin bei der Explosion schwer verletzt wurde, sitzt mittlerweile im Gefängnis. Er war zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Zu einer solchen Katastrophe wie am Siepensteg war es am Samstag vor einer Woche nicht gekommen. Einem 74-jährigen Bewohner des Hauses an der Aachener Straße war bereits am Vormittag aufgefallen, dass sein Gasherd nicht mehr funktionierte. Als er einige Zeit später im Keller nachsah, fand er die beiden durchtrennten Kupferrohre. Und er bemerkte auch das ausströmende Gas. Der Mann ging zur Altstadtwache, um die Polizei zu informieren. Die Polizei wiederum alarmierte die Feuerwehr, die eine gefährliche, hochexplosive Gaskonzentration feststellte. Der Einsatzort war daraufhin weiträumig abgesperrt und die Gaszufuhr unverzüglich abgeriegelt worden. Verletzt wurde zum Glück niemand. Bei dem Haus handelt sich laut Polizei um ein Mehrparteienhaus in einer nahezu leerstehenden Gebäudezeile.

Die Ermittlungen der Polizei im Fall Aachener Straße dauern weiter an. Zeugen, die am frühen Morgen des 23. März verdächtige Personen an der Aachener Straße, zwischen Viersener Straße und Sandradstraße, gesehen haben oder tatrelevante Hinweise geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 02161 290 zu melden.

(gap)
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