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Mönchengladbach: Drogen aus Chemikalien hergestellt - mehrere Festnahmen

Festnahmen in Mönchengladbach und Nettetal : Tonnenweise Chemikalien zur Drogenherstellung verkauft

Drei Männer sollen Chemikalien aus einem Unternehmen abgezweigt haben. Damit sollten Drogen im Millionen-Wert hergestellt werden. Die Polizei kam ihnen über illegal entsorgte Chemieabfälle auf die Spur.

Von Gabi Peters

Drei Männer aus Nettetal und Mönchengladbach sollen Chemikalien zur Herstellung von synthetischen Drogen illegal verkauft haben. Nach umfassenden Ermittlungen vollstreckten Kriminalbeamte der Polizei Mönchengladbach am Dienstag zwei Haftbefehle. Außerdem wurden fünf Objekte durchsucht.

Diese Container mit illegal entsorgten Chemikalien wurden bereits im April 2018 im deutsch-niederländischen Grenzgebiet gefunden. Foto: Polizei MG

Wie die Polizei mitteilte, brachten illegal entsorgte Chemieabfälle im deutsch-niederländischen Grenzgebiet die Ermittler auf die Spur, die zu einem Unternehmen nach Nettetal führte.

Am Anfang stand die Arbeit des für die Grundstoffüberwachung zuständigen Dezernates beim Landeskriminalamt, ohne die ein Einstieg in zielgerichtete Ermittlungen nicht möglich gewesen wäre, teilte die Mönchengladbacher Polizei mit. Aufgabe dieser Dienststelle ist die Überwachung des Handels mit Chemikalien, die für die Herstellung von Betäubungsmitteln verwendet werden können.

Ausgehend von den im Grenzgebiet entsorgten Kunststoffbehältern haben die Ermittler eine Spur zu der Nettetaler Firma verdichtet, die mit solchen Chemikalien handelt.

Mitte 2019 übernahm das für organisierte Kriminalität zuständige Kommissariat der Polizei Mönchengladbach im Auftrag der Staatsanwaltschaft Krefeld die Bearbeitung des Falles. Zeitintensive und sehr aufwändige Ermittlungen begründeten einen Tatverdacht gegen den 66-jährigen Inhaber des Nettetaler Unternehmens und zwei Männer (55/23) aus Mönchengladbach. Ihnen wird vorgeworfen, Chemikalien aus dem legalen Wirtschaftskreislauf entnommen und illegal an Abnehmer weitergegeben zu haben, die damit synthetische Drogen, zum Beispiel Ecstasy und Amphetamin, herstellten.

Die Ermittlungen, so Polizei und Staatsanwaltschaft, würden den illegalen und schwunghaften Handel mit Chemikalien im zweistelligen Tonnenbereich belegen. Die Stoffe hätten, in Drogen umgewandelt, Gewinne in Millionenhöhe gebracht, so ein Polizeisprecher.

Gegen die Abnehmer und Hersteller von illegalen synthetischen Drogen werden separate Strafverfahren geführt. Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, könnten dazu jetzt keine Angaben gemacht werden, teilte die Polizei mit.

Offenbar lassen sich synthetische Drogen ziemlich leicht herstellen. Schon mehrere Male wurden in Mönchengladbach und im Kreis Viersen illegale Labore gefunden, in denen Amphetamine und Ecstasy-Pillen hergestellt wurden. Auch Achim Brasseler, Leiter der Drogenberatungsstelle Mönchengladbach, weiß: „Es ist kein Problem an synthetische Drogen zu kommen.“ 132 Klienten, die Amphetamine konsumieren, suchten im vergangenen Jahr in der Beratungsstelle an der Waldnieler Straße Hilfe.

(gap)