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Mönchengladbach: Chlordioxid strömt bei Coca Cola aus

Einsatz in Mönchengladbach : Chlordioxid strömt aus Leck in Coca-Cola-Abfüllanlage

Bei Coca Cola in Mönchengladbach ist am Montagmorgen Chlordioxid ausgetreten. Das Firmengebäude wurde geräumt. Die Feuerwehr konnte die austretenden Dämpfe mit Wasser niederschlagen. Verletzt wurde niemand.

In einer Lebensmittelfirma in Mönchengladbach-Güdderath ist am Montagmorgen Chlordioxid ausgetretenn. Ein Mitarbeiter in dem Abfüllwerk von Coca-Cola stellte das Leck an einer Pumpe fest, aus dem das Gas ausströmte. Der Betrieb wurde eingestellt, das Gelände und ein Teil des Gewerbegebietes geräumt. Die sofort verständigte Feuerwehr schickte Einsatzkräfte in Chemikalienschutzkleidung zum Abschiebern und Abstellen der Pumpe in den betroffenen Betriebsraum. In der Umgebung wurden permanente Messpunkte eingerichtet. Da Chlordioxid einen chlorartigen Geruch hat und an der Umgebungsluft in die Bestandteile Chlor und Sauerstoff zerfällt, kam es im näheren Umfeld zu Geruchsbelästigungen. Nach dem Abschiebern konnten ausgetretene Dämpfe mit Wasser niedergeschlagen werden, so dass keine weitere Gefahr mehr bestand. „Das chlorhaltige Wasser wurde aufgefangen und wird nun vor der Firma entsorgt“, sagte Feuerwehrsprecher Wilfried Schmitz. Das Chlordioxid benutze die Firma zum Reinigen der Tanks.

Während der Maßnahmen der Feuerwehr musste der Bereich des Gewerbegebietes Güdderath weiträumig abgesperrt werden. Menschen kamen keine zu Schaden. Eingesetzt waren die Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswachen II (Holt) und III (Rheydt), die Einheit Odenkirchen der Freiwilligen Feuerwehr, Sonderfahrzeuge für Gefahrstoffeinsätze aus dem Technik- und Logistikzentrum (Holt), ein Messfahrzeug, die Messgruppe der Sondereinsatzgruppe ABC, ein Rettungswagen und Notarzt, der Führungsdienst der Berufsfeuerwehr und der Fachberater ABC.

Unvergessen bleibt das Gasunglück in Güdderath vor zehn Jahren. Nach einem Brand strömten am 16. August 2008 aus einem Großlager für Lacke in Güdderath 25 Millionen Liter Kohlendioxid aus einer automatischen Löschanlage. Durch unglückliche Umstände sammelte sich eine geruchs- und farblose Gaswolke in einer Mulde – mit verheerenden Folgen. Plötzlich wurden 14 leblose Menschen auf der Straße gemeldet. 350 Einsatzkräfte – auch aus den Nachbargemeinden – retteten Menschen, evakuierten das betroffene Gebiet und behandelten 104 Verletzten. Mit einem Hubschrauber wurde die Gaswolke an diesem windstillen Tag schließlich verwirbelt.

Mit diesem Unglück von vor zehn Jahren sei der Vorall am Montagmorgen überhaupt nicht zu vergleichen, sagt Schmitz. Die Firma, in der das Chlordioxid austrat, sei sicherheitstechnisch vorbildlich ausgestattet. Außerdem sei die Feuerwehr schnell vor Ort gewesen. Dass man mit einer großen Mannschaftszahl ausrückte, habe auch damit zu tun, dass die Einsatzkräfte unter Vollschutzanzügen arbeiten mussten. „Das geht auf den Kreislauf – vor allem bei dem Wetter“, so der Feuerwehrsprecher.