Mönchengladbach: 21-Jähriger wegen Mordversuchs an Eltern in Psychiatrie

Prozess in Mönchengladbach : 21-Jähriger muss wegen versuchten Mordes in Psychiatrie bleiben

Vor dem Schwurgericht Mönchengladbach ist der Prozess wegen zweifachen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu Ende gegangen: Der 21-Jährige, der im Zustand der Schuldunfähigkeit seine Eltern mit einem Hammer und einem Obstmesser attackiert haben soll, wird weiter in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Das ordnete die Kammer in ihrem Urteil an. Es gebe den Mordversuch als Tatbestand, eine Verurteilung komme aber nicht in Frage, da der Beschuldigte sich in einem überdauernden Krankheitszustand befinde.

Eine Sachverständige hatte  dem Angeklagten eine paranoide Schizophrenie attestiert, die seine Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt aufgehoben habe. Er müsse weiter behandelt werden, da ansonsten weitere schwere Straftaten zu befürchten seien. Staatsanwaltschaft und Verteidiger plädierten beide für die weitere Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus, auch die Kammer schloss sich in ihrem Urteil dieser Forderung an.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 21-Jährige seine Eltern mit einem Hammer und einem Obstmesser angegriffen hatte. Ein Sachverständiger zählte die zahlreichen Verletzungen beider Elternteile auf: Der Vater des Beschuldigten erlitt unter anderem einen Knochenbruch des Stirnbeins, einen Nasenbeinbruch sowie eine offene Schädelfraktur, alles verursacht durch stumpfe Gewalteinwirkung mit heftiger Wucht. Bei der Untersuchung der Mutter wurden mehrere Rippenfrakturen, Nasenbein- sowie Augenhöhlenfraktur und diverse Platzwunden und Hautabtrennungen festgestellt. Diese Wunden wurden teils durch stumpfe und teils durch scharfe Gewalteinwirkung verursacht.

Auch ein Nachbar sagte aus: Der 41-Jährige habe morgens, aufgeschreckt durch Schreie, aus dem Fenster geschaut und seinen Nachbarn auf dem Balkon gegenüber gesehen. Er habe ihn jedoch im ersten Augenblick nicht erkannt, da dieser statt der grau-weißen rote Haare gehabt hätte. Diese erwiesen sich später als blutdurchtränkt. Der Nachbar sei dann schnell hinüber gelaufen, habe vor dem Haus noch einen Nachbarn getroffen. Beide gelangten ins Haus und durch die offene Wohnungstür auch in die Wohnung der Familie. Dort seien sie auf den Angeklagten gestoßen. der mit den Worten „ich geh‘ jetzt“ die Wohnung habe verlassen wollen, was der Nachbar aber verhinderte. Er brach die verschlossene Wohnzimmertür auf, holte die Eltern ins Wohnzimmer und brachte den Sohn nach unten, um zu verhindern, dass dieser erneut auf die Eltern traf.